Köln - Darf ein Mitspieler seinen Kapitän attackieren? Fußball-Deutschland diskutiert. EXPRESS fragte die Kapitäne der Deutschen Nationalmannschaft.
Bernhard Dietz, der das deutsche Team 1980 zum EM-Titel führte (zwischen 1974 und 1981 war der Abwehrspieler 19-maliger Kapitän), geht mit Lukas Podolski hart ins Gericht. „So etwas hätte es früher nie gegeben. Und wenn doch, dann wäre der Spieler sofort rausgeflogen. Im normalen Berufsleben wird ein Arbeitnehmer sofort entlassen, wenn er einen Kollegen oder seinen Vorgesetzten tätlich angreift.“
Auch Deutschlands Fußball-Legende stellt sich hinter Michael Ballack. Uwe Seeler (40 Mal Deutschlands Kapitän) sagte am Donnerstag dem EXPRESS: „Der Kapitän darf etwas sagen. Das ist sein Job. Die Hierarchie muss da sein. Die jüngeren Spieler müssen den älteren auch mal zuhören! Ich hatte als Kapitän nie so eine Situation erleben müssen.“
Oliver Kahn, der das DFB-Team zwischen 1995 und 2006 49 Mal als Kapitän auf den Rasen führte, sagt: „Die Worte eines Kapitäns sind für mich alles andere als diskussionswürdig. Ein Spieler hat das anzunehmen.“ Den Disput wolle er aber nicht dramatisieren. „Aktionen wie die im Spiel gegen Wales waren früher Alltag. Das zeigt: Die Mannschaft lebt, sie hat Energie! Was glauben Sie, mit wem ich alles aneinandergeraten bin? Es hat geknallt, am nächsten Tag hat man sich angeschaut und die Hand gegeben. So ist das eben unter Fußballern. Das hat nichts mit Sympathie oder Antipathie zu tun. Mir ist so etwas auch schon nach vielen Spielen passiert, zum Beispiel mit dem Mehmet Scholl. Was meinen Sie, wie wir uns gefetzt haben? Und danach war wieder alles okay.“
Pfeift Eilers endlich die „Nachspielzeit“ ab?
Wird es der letzte Akt im Relegations-Chaos oder nur eine weitere Episode? Am Freitag verhandelt das DFB-Bundesgericht ab 12.30 Uhr Herthas Berufung gegen die Spielwertung in Düsseldorf.
FIFA testet Torlinien-Technik in Wembley
Die umstrittene Torlinien-Technologie wird sechs Tage vor EM-Beginn in einem Länderspiel zwischen England und Belgien im Londoner Wembley-Stadion getestet.
Jonglieren und Yoga für die DFB-Seele
Jogi setzt auf Yoga und Jonglieren. Öfter mal was Neues im täglichen Training. „Die Spieler werden Multitasking-fähiger, stressresistenter und aufnahmefähiger“, sagte der Kinesiologie-Experte Kompodietas.
Alle Partien werden live kommentiert, Spielzug für Spielzug, einzeln oder als Konferenz. Dazu Aufstellungen und Statistiken: Welches Team hat mehr Ballbesitz, Torschüsse, gewonnene Zweikämpfe?