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Ösi-Trainer & Poldi-Entdecker: Marcel Koller: Özil macht den Unterschied aus

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Strammer Schuss, stramme Ziele: Österreichs Trainer Marcel Koller
Strammer Schuss, stramme Ziele: Österreichs Trainer Marcel Koller
Foto: imago sportfotodienst
Wien –  

Der Wiener Schmäh ist einzigartig auf der Welt. „Eisenbahner“ heißt übersetzt Bluterguss. Kann man als Deutscher nicht wissen. Als Schweizer natürlich auch nicht. Aber Eidgenosse Marcel Koller, seit 2011 Trainer der Ösis, weiß es.

Und hat sich als „Eindringling“ (Österreichs Fußball-Legende Prohaska) nicht nur wegen seiner Sprachkenntnisse Respekt verschafft. „Sie haben eine Linie, sie sind unter Marcel Koller sehr stark geworden“, lobt Bundestrainer Joachim Löw die Arbeit des 51-Jährigen vorm heutigen Klassiker im Wiener Ernst-Happel-Stadion. Im Interview verrät Podolski-Entdecker Koller, wie er die Deutschen schlagen will. Und schaut zurück auf seine Zeit beim 1. FC Köln.

Hat Lukas Podolski 2003 in den Profikader geholt: Marcel Koller
Hat Lukas Podolski 2003 in den Profikader geholt: Marcel Koller
Foto: getty

Herr Koller, freuen Sie sich auf ein Wiedersehen mit Lukas Podolski?

Natürlich. Er ist ein wunderbarer Spieler. Er ist 27 Jahre alt, er hat bereits 102 Länderspiele – ich hätte ihm solch eine tolle Karriere nicht voraussagen können.
Aber Sie haben ihn doch 2003 als damaliger FC-Trainer entdeckt. Stolz darauf?

Ein wenig schon.

Haben Sie in Ihrer Trainerkarriere jemals solch ein Ausnahmetalent hervorgebracht?

Nein. Lukas war ein Glücksgriff. Er ist der größte Spieler, den ich hervorgebracht habe.

Erzählen Sie uns noch einmal, was in Ihnen vorging, als Sie ihn zum ersten Mal bei den FC-Junioren sahen?

Natürlich habe ich erkannt, dass er einen fantastischen linken Fuß hatte. Dazu kam seine Ruhe am Ball, seine großartige Technik, seine Schnelligkeit und Power. Dazu imponierte mir seine mentale Verfassung. Er konnte mit Druck sehr gut umgehen. Dann habe ich ihn zu den Profis geholt und ihm gesagt: Zeig„ was du draufhast.

Und?

Nach einer Woche konnte ich ihn nicht mehr gehen lassen, so gut war er!

Am Dienstag werden Sie ihn wiedersehen. Ist Ihr Respekt vor ihm so groß wie vor der deutschen Mannschaft?

Natürlich. Auf jeder Position ist ein Weltklassespieler. Sie haben keine Schwäche, sie machen wenig Fehler.

Wer imponiert Ihnen am meisten?

Mesut Özil. Wenn er am Ball ist, kommt immer etwas Gutes dabei heraus. So ein Spieler macht den Unterschied aus.

Der Unterschied zu früher ist, dass die Deutschen ein wenig Bammel vor Österreich haben. Löw sagte, das läge an Ihrer Arbeit…

Das freut mich. Aber wir sind noch lange nicht Weltklasse. Deutschland ist der große Favorit.

Was für ein Spiel erwarten Sie?

Das Spiel ist ausverkauft. Unsere Fans stehen hinter uns. Es wird eine heiße Partie.

Und Ihre Mannschaft wird sich hinten einigeln und auf Konter lauern?

Nein. Das ist nicht meine Art des Fußballs. Wir wollen mitspielen, schnell umschalten, kombinieren. Aber klar ist: Deutschland wird aufgrund seiner Klasse mehr Spielanteile haben als wir.

Könnten Sie sich noch einmal eine Rückkehr in die Bundesliga vorstellen?

Warum nicht? Ich bin fußballverrückt, Deutschland ist fußballverrückt. Die Fans, die tollen Stadien – das ist immer reizvoll.

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