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Empfehlen | Drucken | Kontakt 05.12.2012 - 17:20 Uhr

KNVB unter Druck: Schiri-Schläger drohten schon im Oktober mit Mord

Von URS BENGER
Beim Verein des getöteten Jugend-Linienrichters Richard Nieuwenhuizen (41) herrscht Fassungslosigkeit.
Beim Verein des getöteten Jugend-Linienrichters Richard Nieuwenhuizen (41) herrscht Fassungslosigkeit.
Foto: Bongarts/Getty Images
Amsterdam –  

Der furchtbare Tod von Jugend-Linienrichter Richard Nieuwenhuizen (41) - er hat eine tragische, schreckliche Vorgeschichte!

Ehrenamtliche Helfer anderer Amateurklubs haben sich nach der Nachricht vom Tod des Familienvaters nun zu Wort gemeldet. Sie erheben schwere Vorwürfe gegen den niederländischen Fußballverband KNVB!

Demnach habe es schon im Oktober mit dem „Täter-Team“ aus Nieuw-Sloten einen bedrohlichen Zwischenfall gegeben. Demnach hätten Spieler dieser Mannschaft gegen den Trainer des gegnerischen Teams FC Almere Mord-Drohungen ausgesprochen.

„Wenn du nicht schon über 50 wärst, würden wir dich totschlagen“, sollen die irren Jugendlichen dem Mann, der daraufhin ins Vereinsheim flüchtete, zugerufen haben. Nieuwenhuizen wurde nur 41 Jahre alt...

Jetzt gerät der Verband mehr und mehr unter Druck. Die Frage wird immer lauter, ob der KNVB nach dem Vorfall im Oktober nicht rigoros hätte eingreifen müssen.

Die Gewalt scheint auch im Nachbarland auf den Amateurplätzen immer bedrohlichere Ausmaße anzunehmen. Im August gab der KNVB bekannt, in der vergangenen Saison 105 Mannschaften vom Spielbetrieb ausgeschlossen zu haben!

Klar ist: Die 15- bzw. 16-jährigen Schläger von Nieuw-Sloten waren keine Unbekannten. Sie sitzen nun in Isolationshaft und werden heute dem Haftrichter vorgeführt. Laut der Tageszeitung „Algemeen Dagblad“ handelt es sich um drei Marokkaner.

Sämtliche Spiele fürs Wochenende wurden vom Verband mittlerweile abgesagt. Für den toten Linienrichter, dessen Sohn die Tat mitansehen musste, wird es am Wochenende einen Schweigemarsch geben.

Die niederländische Fahne weht im Vereinsheim des SC Buitenboys auf Halbmast. Am Trainingsgelände legten viele Betroffene Blumenkränze nieder. Ein ganzes Land diskutiert, ob diese Tat nicht hätte verhindert werden können.

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