Vor dem Rückrundenstart erklärten DFL-Schiedsrichter-Berater Hellmut Krug (56) und FIFA-Referee Thorsten Kinhöfer (44) noch einmal deutlich, worauf sie in Zukunft achten wollen. Zwei Themen standen im Fokus.
Ellbogenschläge
Die Ansage an die Schiris ist klar: Alle Ellbogenschläger sollen mit Rot vom Platz!
In der Hinrunde sorgten solche Attacken für mehrere Schock-Momente. Zum Beispiel, als Stuttgarts Raphael Holzhauser BVB-Kapitän Sebastian Kehl beim Kopfballduell den Arm ins Gesicht rammte. Der Dortmunder musste mit gebrochener Nase raus, Holzhauser sah nur Gelb. Eine Fehlentscheidung! „Das hätte klar Rot geben müssen“, sagt Krug und stellt klar: „Wir sind damit nicht zufrieden und wollen Armeinsätze konsequenter ahnden.“ Schiri Felix Zwayer stand damals direkt vor Kehl und entschied trotzdem falsch.
Krugs kuriose Erklärung: „Er war zu nah dran. Der optimale Abstand ist 13 bis 17 Meter. Da hat man die bessere Übersicht.“
Auch Nürnbergs Timo Gebhart (Ellbogencheck gegen Bastian Schweinsteiger) und der Mainzer Nikolce Noveski (Schlag ins Gesicht von Jan Schlaudraff) kamen zu Unrecht mit Gelb davon.
Handelfmeter
Zwölf Handelfmeter gab es bis zur Winterpause. So viele wie nie in einer Hinrunde seit 2003. Viele waren höchst umstritten. So wie im Spiel Bayern gegen Gladbach: Jerome Boateng sprang im Strafraum hoch, bekam den Ball an den Arm geflankt. „Wenn ich so hingehe, darf ich mich nicht wundern“, fand selbst Bayern-Präsident Uli Hoeneß.
Falsch, sagt Ex-Schiri Krug. Handspiel soll nur dann gepfiffen werden, wenn der Spieler seine Körperfläche mit den Armen vergrößert, ein Arm mit Spannung weggestreckt wird oder über Kopfhöhe ist. Boatengs getroffener Arm hing aber nach unten - regelkonform.
Hand oder nicht – die Kriterien sind nicht wirklich trennscharf. Oft ist die Entscheidung knifflig, selbst mit Zeitlupe. Erst recht für die Schiris. Auch in der Rückrunde wird es wieder Diskussionen geben.
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