Bei der deutschen Fußball-Nationalmannschaft herrscht Trauer, Fassungslosigkeit und Entsetzen über den Tod von Robert Enke.
Das Team hatte gestern in Bonn das erste Training für die beiden Länderspiele gegen Chile und die Elfenbeinküste absolviert und wollte den Abend bei einem gemütlichen Essen im Mannschafts-Hotel "Kameha Grand" ausklingen lassen.
Doch dann riefen Bundestrainer Joachim Löw und Manager Oliver Bierhoff Spieler und Betreuer zusammen, um ihnen die traurige Nachricht vom Tod ihres Mannschaftskameraden zu übermitteln. "Wir sind alle geschockt, uns fehlen die Worte", sagte Bierhoff in einer ersten offiziellen Reaktion.
DFB-Präsident Theo Zwanziger war tief betroffen: "Wir sind fassungslos und voller Trauer. Unser ganzes Mitgefühl gilt der Frau von Robert Enke und seiner Familie."
Auch Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bestürzt über den Selbstmord geäußert. Merkel habe "ihrer Bestürzung und ihrem Mitgefühl heute in einem sehr persönlichen Brief an die Witwe von Robert Enke Ausdruck verliehen", sagte Vize-Regierungssprecher Christoph Steegmans am Mittwoch in Berlin.
Er bat um Verständnis, dass aus dem Brief nicht zitiert werde. Der Anstand gebiete, dass die Worte vertraulich blieben. "Solch ein tragischer Tod lässt natürlich niemanden unberührt, da sind die Gedanken selbstredend bei der Familie des Verstorbenen", sagte Steegmans.
Nationaltorwart Robert Enke hatte am 28. März 2007 beim 0:1 gegen Dänemark in Duisburg sein Debüt für die A-Mannschaft des DFB gegeben. In seinen weiteren sieben Länderspielen feierte er mit der DFB-Elf fünf Siege und spielte zweimal unentschieden. Sein letztes von nur acht Länderspielen bestritt er am 12. August 2009 beim 2:0-Sieg in Baku gegen Aserbaidschan.
Schon beim Confederations Cup 1999 in Mexiko hatte Enke unter Teamchef Erich Ribbeck erstmals zum Nationalkader gehört, war aber nicht eingesetzt worden. Sieben Jahre später wurde er unter Löw wieder nominiert. Beim Länderspiel am 7. Oktober 2006 gegen Georgien (2:0) in Rostock saß er auf der Bank.
Zuletzt hatte Enke wegen einer bakteriellen Infektion die entscheidenden WM-Qualifikationsspiele, bei denen er als Nummer 1 im Tor stehen sollte, verpasst - ein Rückschritt im Konkurrenzkampf mit René Adler, Manuel Neuer und Tim Wiese. Für die anstehenden Länderspiele gegen Chile und die Elfenbeinküste war er noch nicht wieder nominiert worden, sollte aber danach wieder eine Chance erhalten. Löw hatte dem Hannoveraner deutlich signalisiert, dass er weiter ein Favorit auf die Nummer 1 bei der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika sei.
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