Er musste sich viel Kritik anhören in den letzten Wochen: Als "bestbezahlten Lehrling im Weltfußball" bezeichnete Duisburgs Peter Neururer ihn kürzlich, die harten Niederlagen gegen Bremen und Hannover nagten schwer am Münchener Selbstbewusstsein. Jetzt spricht Klinsi selbst über seine ersten fünf Monate beim FC Bayern.
Jürgen Klinsmann ist sich sicher: Es wird sich einiges verändern im Fußballgeschäft. "Ich erwarte eine Neudefinierung des Marktes, auch was Transfers und Gehälter betrifft", sagte der Bayern-Coach, "die weltweite Finanzkrise wird auch den Fußball richtig treffen."
Erste Anzeichen dafür sieht Klinsmann bei den englischen Clubs: "Dort gibt es bereits große Fragezeichen um Eigentümer und Investoren." Gleichzeitig macht er den Bayern-Fans Mut: "Spieler, deren Verpflichtung jetzt im Januar noch undenkbar wäre, weil sie 20 oder 30 Millionen Euro kosten würden, sind vielleicht ab Juni zu viel niedrigeren Summen zu haben." Vielleicht kann der Rekordmeister dann noch mehr Topstars wie Franck Ribéry verpflichten.
Dass der Staat in finanzielle Not geratenen Clubs mit Finanzspritzen wieder auf die Beine hilft, hält der Bayern-Trainer dagegen für ausgeschlossen: "Dann muss der Verein runter in die Kreisliga und von vorne anfangen."
Vor dem Spiel gegen Hoffenheim lobte Jürgen Klinsmann den Top-Aufsteiger in den höchsten Tönen: "Wenn sie so weitermachen, können sie vielleicht schon nächstes Jahr europäisch spielen. Im deutschen Fußball können sie sich oben etablieren, sie haben das Zeug dazu."
Auch zur Situation von Poldi hat Klinsmann eine Antwort parat. "Er tut sich schwer beim Kampf um die Stürmerplätze", sagt der Cheftrainer, "ich will, dass er sich durchboxt!"
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