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Empfehlen | Drucken | Kontakt 24.12.2012 - 12:34 Uhr

Irre Karriere von Gökhan Töre: Ne kölsche Jung rockt Europa!

Von MARKUS KRÜCKEN
Gökhan Töre in Köln: Der türkische Nationalspieler geht auch modisch mit der Zeit.
Gökhan Töre in Köln: Der türkische Nationalspieler geht auch modisch mit der Zeit.
Foto: Eduard Bopp
Köln –  

Der Knirps mit den roten Haaren steht auf einem Ascheplatz in Dellbrück. Er zeigt stolz einen Pokal. Aufgenommen hat den Schnappschuss Opa Sabri, sein größter Förderer.

Heute, 14 Jahre später, jagt Gökhan Töre (20) 3200 Kilometer entfernt nach Titeln. Der kölsche Jung aus Dellbrück rockt den Kontinent – im Trikot des russischen Europa-League-Klubs Rubin Kasan!

Töre ist erst 20 Jahre jung. Doch schon Millionär. Und was er in seiner Karriere erlebt hat, könnte leicht ein ganzes Buch füllen. „Es geht alles so schnell“, lächelt er im EXPRESS-Gespräch, „Zeit Atem zu holen, blieb mir bislang nicht.“

Wie auch? Opa Sabri bringt ihn früh zum Fußball. Er wird 1999 von Bayer Leverkusen entdeckt, nach neun Jugend-Jahren vom FC Chelsea nach London gelockt. Ein neues Land, eine andere Sprache.

Der Teenager ist auf sich allein gestellt – und findet einen berühmten Freund! „Ich hatte das Glück, dass sich Nicolas Anelka wie ein Bruder um mich gekümmert hat“, verrät Töre. Der Weltstar spielt mit dem No-Name zu Hause auf der Couch Playstation. Das Mittelfeld-Talent startet durch, wird zum besten Spieler des Amateur-Teams gewählt.

Töre kickt mit Kölner Kumpels aktuell gern in der Halle.
Töre kickt mit Kölner Kumpels aktuell gern in der Halle.
Foto: Herbert Bucco

Auch bei der Junioren-Nationalelf macht er sich einen Namen. „Ich kann Özil oder Gündogan, die sich für Deutschland entschieden haben, verstehen, das muss jeder mit sich selbst ausmachen. Ich bin Türke. Es war der Wunsch meines Opas, das ich einmal im A-Nationalteam spiele. Als der Moment 2011 im Test gegen Estland kam, bekam ich Gänsehaut. Mein Opa war leider schon verstorben, aber ich weiß, er ist so stolz auf mich.“

Wie Oma Bedriye, die daheim in Dellbrück ein Fußball-Museum für ihn eingerichtet hat. Als er 2011 in die Bundesliga zum HSV wechselte und in diesem Sommer nach Kasan – sie war immer für ihn da. Wie die Kölner Freunde, mit denen er nun in der Winterpause gern in der Halle kickt.

„Wo ich auch bin: die Sehnsucht nach Köln bleibt“, sagt Töre zum Abschied, „Manchmal denke ich, wo der FC stünde, wenn alle, die aus Köln stammen, da spielten! Podolski, Clemens, Zieler, Helmes, Sinkiewicz, Chihi - ich - was wäre das für eine Truppe...“

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