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Inside-Zoff-Report: Die drei großen Baustellen des DFB

Bundestrainer Jogi Löw hat viel Arbeit vor sich.
Bundestrainer Jogi Löw hat viel Arbeit vor sich.
Foto: dpa
Miami –  

Deutschland feiert das Finale der Champions League. Und die Entscheidungsträger im deutschen Fußball saßen am Samstag alle stolz im Wembley-Stadion. Doch so begeisternd der Erfolgszug von Dortmund und Bayern international auch ist, es knirscht gewaltig im größten Sportverband der Welt. DFB steht nämlich im Moment nicht nur für Deutscher Fußball-Bund, sondern auch für drei frische Baustellen.

Baustelle 1: der Sportdirektor. Dass Robin Dutt (48) nach nicht einmal einem Jahr auf dem Posten wieder das Weite sucht und zu Werder Bremen will, hat DFB-Präsident Wolfgang Niersbach (62) angeblich nicht kommen sehen. „Das ist sicher kein schöner Vorgang, der uns relativ überraschend getroffen hat“, sagt Niersbach und fing sich prompt einen heftigen Konter von Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff (45) ein.

Dass Dutt nur auf ein Angebot aus der Bundesliga wartete, sei ein offenes Geheimnis im DFB gewesen. Man habe „seit Tagen und Wochen gemerkt, dass er unabhängig von einem Angebot den Wunsch verspürte, wieder regelmäßig auf dem Platz zu stehen“, sagt Bierhoff.

Die Personalie wird vor allem deshalb zum DFB-Politikum, weil Bierhoff mit dem damaligen Teamchef Jürgen Klinsmann (48) vor acht Jahren klare Vorstellungen hatte. „Die erste Stellenbeschreibung habe ich 2005 geschrieben. Damals war Bernhard Peters vorgeschlagen, der schon mal bei einem Verband gearbeitet hat“, erinnert sich der Manager.

Doch erst wurde Matthias Sammer (45) zum Sportdirektor erkoren, dann Dutt. Nun sind beide weg, und hinterlassen haben sie nichts. „Wir müssen sehen, dass wir Stabilität reinbekommen“, sagt Bierhoff: „Es ist schwer, wenn das Konzept jedes Jahr geändert wird.“ Eine Ohrfeige für Niersbach.

Robin Dutt will weg
Robin Dutt will weg
Foto: dpa

Baustelle 2: Auf dem 41. DFB-Bundestag im Oktober in Nürnberg steht ein Thema auf der Tagesordnung, das bei den Verantwortlichen der Nationalmannschaft nur noch Frust auslöst. Seit Jahren wird an Bierhoffs Baby, einem Leistungszentrum, geplant.

Der Manager und Trainer Joachim Löw (53) wünschten sich einen festen Standort. Dies sollte in Köln entstehen. Doch die DFB-Spitze entschied sich für Frankfurt und taufte das Projekt gleich noch provozierend in Sportkompetenz-Zentrum um.

Inzwischen sickert durch, dass statt des 40-Millionen-Vorhabens nur noch höchstens 20 Millionen verplant werden. Und das DFB-Team soll sich auch nicht ständig dort aufhalten, da Niersbach den Landesverbänden versprochen haben soll, dass Jogis Jungs weiter durch das Land tingeln. Damit ist das Bierhoff-Vorhaben gekippt.

Baustelle 3: Das Klima im Nationalteam war schon wesentlich besser. Nach der EM 2012 räumte Bastian Schweinsteiger ein, dass sich beim Turnier offenbar nicht alle Spieler gleichermaßen über Torerfolge gefreut hätten. Inzwischen hat auch Löw eingestanden, dass das Klima im Team in Polen nicht gerade euphorisch war.

In der Mannschaft gibt es Gruppenbildungen, durch viele Umbesetzungen im Team rund um das Team ist das Zusammengehörigkeitsgefühl angeknackst. Zudem muss sich Löw Kritik gefallen lassen, wie aktuell für die USA-Reise. Dass die Länderspiele keine adäquate Wertschätzung finden und von einigen Experten sogar belächelt werden, „das ärgert mich sehr“, schimpft Bierhoff.

Mitten in dieser angespannten Atmosphäre sollen im Herbst Vertragsgespräche zwischen dem Bundestrainer und seinem Team sowie der DFB-Spitze geführt werden. Eine schwierige Gemengelage für Niersbach, denn die jüngsten Baustellen zeigen, wie brüchig das Gebilde beim DFB ein Jahr vor der WM 2014 ist.

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