Bierduschen pflastern seinen Weg. Wenn Friedhelm Funkel auf einer Trainerbank in der Zweiten Liga auftaucht, kann man eigentlich blind darauf setzen, dass am Ende der Aufstieg dabei heraus springt. Schafft er es auch diesmal wieder?
Fünf Mal schunkelte Funkel bereits nach oben, er führte Uerdingen (zweimal), Duisburg, Köln und Frankfurt in die Bundesliga. Und angesichts der Tatsachen, dass seine Bochumer bisher nach jedem Abstieg in die Bundesliga zurückkehrten und in der Bundesliga zudem seit zwölf Jahren gegen Gladbach unbesiegt sind, scheint vieles für den VfL zu sprechen. Vorsicht, Borussia!
„Für Statistiken können wir uns nichts kaufen“, wiegelt Funkel allerdings ab. „Borussia ist kleiner Favorit, weil sie aus der Bundesliga kommt und in den letzten Wochen aufsteigende Tendenz gezeigt hat. Unsere Chancen sehe ich bei 40:60.“
Funkel geht entspannt in die Endspiele, lebt seinem Team die Lockerheit vor. Dienstagabend stand ein gemeinsamer Kinobesuch auf dem Programm, gestern schauten sich die Bochumer vier Stunden lang die Tennis-Mannschafts-WM im Düsseldorfer Rochusclub an.
Vor dem ersten Endspiel in Gladbach wird Funkel seinem Team wohl erzählen, wie schön das Aufsteiger-Gefühl ist - Erfahrung hat er in dieser Hinsicht ja reichlich.
„Alle Aufstiege waren schön“, erinnert sich Funkel. „Der schwierigste war mit Frankfurt, das war sehr dramatisch. Köln war auch wunderbar, da sind wir 27 Spieltage lang ungeschlagen geblieben. “
Nun darf der Rekordtrainer der 1. und 2. Liga in der Relegation ran. „Dabei hätte ich mir einen anderen Gegner gewünscht“, gibt Funkel zu. Weil Borussia in den letzten Wochen zur Mannschaft der Stunde avancierte - und weil er als Kind am Bökelberg die Fohlen anfeuerte.
Vor dem Showdown schickt Funkel noch Grüße an Fortuna, die dem VfL Sonntag in Fürth (letztlich nicht benötigte) Schützenhilfe leistete: „Das war ganz toll, zu 100 Prozent professionell. Aber ich habe auch nichts anderes erwartet, ich kenne doch den Norbert.“
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