Die Diskussion über Gewaltexzesse und Pyrotechnik im deutschen Fußball. Schweigende Kurven, Fanproteste. Die DFL und ihre Beschlüsse zum „Sicheren Stadionerlebnis“ in der Kritik.
Das Thema Sicherheit im deutschen Fußball ist vor der entscheidenden Sitzung der Deutschen Fußball Liga (DFL) am 12. Dezember in aller Munde.
Beim EXPRESS diskutierte eine hochkarätige Runde unter der Leitung unseres Kolumnisten Reiner Calmund über Ursachen, Lösungsansätze und Wege aus der Konfrontation.
Mit dabei: der angehende DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig. Der Vorsitzende des Innenausschusses des Deutschen Bundestags, Wolfgang Bosbach. Kölsch-Rocker Peter Brings. Und der FC-Fanbeauftragte Rainer Mendel, der auch einer der Sprecher der DFL-Fanbeauftragten ist.
Reiner Calmund (geboren 1948 in Brühl) - wortgewaltiger Handlungsreisender in Sachen Fußball. Der gelernte Kaufmann im Außenhandel und Betriebswirt kam 1976 zu Bayer 04 Leverkusen, war dort erst als Jugendleiter und Stadionsprecher tätig. Dann jahrelang Manager der Profiabteilung und Vorstandsmitglied, ab 1999 Geschäftsführer des Vereins. „Calli“ war das Gesicht von Bayer 04. Nach seinem Rücktritt 2004 omnipräsent im TV, ob als Fußballexperte, Moderator oder Unterhaltungskünstler. Kenner der Fanszenen.
Foto: Herbert Bucco„Ansage der Politik: Regelt die Dinge, sonst tun wir es.“
Calmund: Ich kann die momentanen Fan-Proteste in den Stadien nicht verstehen. Das DFL-Sicherheits-Konzept und die entsprechenden Anträge sind für alle Parteien konsensfähig. Warum ist das Theater so groß?
Rettig: Wir befinden uns in einer Situation, wo der Bürger und jetzt auch der Fan verstärkt mitreden will. Wir hatten zwar einzelne Fanvertreter dabei, aber es gibt nicht den Fanvertreter, der für alle sprechen kann. Dafür ist die Fanszene zu heterogen, was ja positiv ist, aber die Kommunikation erschwert. Der Ursprung dieses Papiers aber war der Druck aus der Politik mit der Ansage: Leute, ihr müsst euren Laden in den Griff bekommen. Regelt die Dinge, sonst tun wir es.
Wir wollen die Selbstbestimmung des Fußballs erhalten, aber das geht nur dann, wenn wir Dinge umsetzen, die von der Politik gefordert werden. Wir müssen uns in einigen Bereichen verbessern. Dies wollen wir mit dem Papier erreichen. Damit das Stadionerlebnis vor, während und nach dem Spiel besser wird. Obwohl wir die sichersten Stadien haben. Aber es gibt natürlich auch populistische Forderungen, etwa die Abschaffung der Stehplätze. Die würde uns richtig Kummer bereiten, und ist mit uns nicht zu machen.
Bosbach: Die Forderung, Stehplätze abzuschaffen, ist alles andere als populär, also das Gegenteil von Populismus. Ich persönlich hoffe, dass sie erhalten bleiben. Leider steht das Thema Fußball und Gewalt seit langer Zeit auf der politischen Tagesordnung. Bei knapp 1,9 Millionen Einsatzstunden der Polizeikräfte rund um Fußballspiele in der letzten Saison und einer steigenden Anzahl von Verletzten und Festnahmen ist das auch kein Wunder.
Nächste Seite: „Brauchen keine Messdiener im Fanblock“
Freitag letzter Tag für Norbert Meier?
Bei Fortuna jagt derzeit eine Sitzung die nächste. Am Donnerstag trafen sich die Verantwortlichen gleich doppelt. Entscheidungen könnten am Freitag fallen.
Irre! Martina schießt VfL zum Triple
Die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg haben dank der Nervenstärke von Martina Müller die „Unbesiegbaren“ in einer Abwehrschlacht geschlagen und das Finale der Champions League gewonnen.
Relegation: Bleibt Lautern Zweitligist?
1899 Hoffenheim geht mit einem 3:1-Vorsprung ins Montag-Spiel. Gelingt Kaiserslautern ein Wunder, oder spielen die Teufel in der nächsten Saison gegen den 1. FC Köln und Fortuna Düsseldorf?
Neue Saison, neues Glück! Melden Sie sich an und messen Sie sich mit anderen Fußball-Experten aus dem Rheinland.
Alle Partien werden live kommentiert, Spielzug für Spielzug, einzeln oder als Konferenz. Dazu Aufstellungen und Statistiken: Welches Team hat mehr Ballbesitz, Torschüsse, gewonnene Zweikämpfe?