Fußball
Spielberichte, Transfers, Bundesliga, Länderspiele, Liveticker, Hintergründe - alle wichtigen Nachrichten.

Empfehlen | Drucken | Kontakt

Experte erforscht Trainer-Verhalten: Sein Tipp: Öfter die Klappe halten!

Von
Der Kölner Forscher Dr. Daniel Memmert.
Der Kölner Forscher Dr. Daniel Memmert.
Foto: Bödeker
Köln –  

Jupp Heynckes (67) liegt mit den Bayern nach einer starken Hinrunde auf Titelkurs. Der Trainer ist zufrieden: „Wir sind auf einem guten Weg, aber wir müssen ihn unbeirrbar weitergehen.“

Doch wie groß ist der Einfluss des Trainers auf seine Mannschaft? Das analysiert Dr. Daniel Memmert (41) an der Sporthochschule in Köln.

In seinem Büro im 3. Stock flimmert ein Video-Mitschnitt über den Bildschirm. Torhüter Manuel Neuer (26) rollt den Ball völlig ohne Not vor die Füße eines Gegenspielers. Der fackelt nicht lange und trifft ins Tor. Die Kollegen sind entsetzt, Neuer schüttelt den Kopf – und erklärt: „Der Trainer wollte, dass ich das Spiel schnell mache, dass ich den schnellen Konter einleite. Den Gegenspieler habe ich nicht gesehen.“

Trainer Jupp Heynckes ruft Kommandos auf den Platz.
Trainer Jupp Heynckes ruft Kommandos auf den Platz.
Foto: dpa

Eine Szene, die zeigt, wie Anweisungen Spieler beeinflussen können. „Wenn vom Trainer eine konkrete Aufgabenstellung an den Spieler herangetragen wird, kann es sein, dass der Spieler andere Dinge nicht mehr beachtet“, sagt Dr. Memmert.

„Durch die Aufgabenstellung hat Neuer in der gezeigten Situation sein Aufmerksamkeitsfenster verkleinert. Den Gegenspieler hat er also gar nicht wahrgenommen, weil er sich so sehr auf die Aufgabe Konter konzentriert hat.“

Der Professor leitet an der „SpoHo“ das Institut für Kognitions- und Sportspiele. Zahlreiche Vereine nutzen seine Erkenntnisse. Und die lauten im Fußballer-Deutsch: Öfter mal die Klappe halten!

Memmert: „Die besten Trainer schulen das Verhalten der Spieler auf dem Platz nicht mit Instruktionen und Kommandos, sondern sie entwickeln Spielformen, in denen die Aufgabenstellung umgesetzt werden muss. Dadurch bleibt das Aufmerksamkeitsfenster groß und die Spieler agieren kreativer.“

Zudem rät er Trainern, eine Gegner-Analyse vier bis fünf Tage vor dem Spiel durchzuführen. „Dann sollte man der Mannschaft die Stärken und Schwächen des Gegners mitteilen. Passiert dies erst am Abend vor dem Spiel, würde man die Spieler zu sehr fokussieren. Der Trainer muss wissen, dass jedes Wort extrem wichtig ist, denn es beeinflusst die Spieler.“

Weitere Meldungen aus dem Bereich Fußball
Dortmunds Torhüter Roman Weidenfeller will den Kasten gegen Augsburg sauber halten.
Im Liveticker
Nach Fehlstart: Punktet der BVB in Augsburg?

Der BVB will beim FC Augsburg endlich punkten. Schließlich gab's am ersten Spieltag gegen Bayer 04 Leverkusen eine bittere 0:2-Heimklatsche.

Anhänger von ZSKA Moskau vor dem Spiel gegen Viktoria Pilsen.
UEFA lässt keine Fans zu
FC Bayern gegen Moskau wird zum Geisterspiel

Stell dir vor, eine Gruppe von Weltmeistern kommt vorbei und niemand darf hin! Der FC Bayern wird im Champions-League-Gruppenspiel gegen ZSKA Moskau (30.9., 18 Uhr) vor leeren Rängen spielen.

Fortuna-Boss Dr. Dirk Kall im Gespräch mit EXPRESS-Redakteur Volker Geißler und Redaktionsleiter Jörg-Philippi-Gerle.
Fortuna-Boss Kall
„Natürlich nehmen wir die Situation sehr ernst“

Der Vereins-Boss bezog beim EXPRESS-Redaktionsbesuch klar Stellung zur aktuellen Situation und zur Zukunft Fortunas. Das Interview, Teil 1.

Fußball
Aktuelle Videos
FACEBOOK
EXPRESS.DE on Facebook
Fußball-Galerien
Champions League
Internationaler Fußball
Aktuelle Fußball-Tabellen

Alle Partien werden live kommentiert, Spielzug für Spielzug, einzeln oder als Konferenz. Dazu Aufstellungen und Statistiken: Welches Team hat mehr Ballbesitz, Torschüsse, gewonnene Zweikämpfe?