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Exklusiv-Interview: Dieter Hecking verteidigt den Wolfsburg-Wechsel

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Erfolgstrainer: Dieter Hecking gilt als absoluter Topmann.
Erfolgstrainer: Dieter Hecking gilt als absoluter Topmann.
Foto: dapd
Wolfsburg/Köln –  

Sein Transfer ist der Liga-Hammer zum Fest. Dieter Hecking (48) wurde aus seinem Vertrag in Nürnberg von Ligakonkurrent Wolfsburg dank einer Ausstiegsklausel herausgekauft.

Im Interview stellt der Coach klar, warum er wechselt. Und wie er gegen das Negativ-Image der Wölfe ankämpfen will!

Herr Hecking, wie geht es Ihnen?

Nun ja. Vor drei Wochen bin ich wegen eines Knorpelschadens am Knie operiert worden. Sie erreichen mich gerade in der Reha. Das ist kein Zuckerschlecken.

Hinter Ihnen liegen stressige Tage. Die Liga staunt über Ihren Wechsel nach Wolfsburg. Warum haben Sie das getan?

Gut, dass Sie das fragen. Denn ich musste lesen, dass ich vorwiegend aus familiären und finanziellen Gründen wechsele. Da wird ein falsches Bild von mir gezeichnet! Ich möchte klarstellen: Ausschlaggebend war einzig und allein das Gespräch mit Klaus Allofs. Natürlich spielt es AUCH eine Rolle, dass sich die familiäre Situation durch die Nähe zu meinem Wohnort Bad Nenndorf und dazu das Gehalt verbessert – aber das ist nicht entscheidend gewesen!

Sondern?

Dass Allofs mich unbedingt will! Wegen der sportlichen Perspektive. Martin Bader hat mir sofort gesagt: „Dieter, ich will dich halten. Wir bessern dein Gehalt auf.“ Ich habe ihm geantwortet: Martin, du weißt, es geht mir nicht ums Geld. Ich nutze diese Situation jetzt nicht aus.

Aber sind Sie nicht nur die 1b-Lösung? Es heißt, Bernd Schuster habe sich verzockt.

Ich kann nicht beurteilen, wie weit die Verhandlungen mit Bernd Schuster waren. Für mich ist klar, dass sich ein Verein parallel bei so einer wichtigen Personalie mit mehreren Kandidaten unterhalten muss. Aber im Gespräch mit Klaus Allofs wurde mir klar deutlich, dass er mich unbedingt will. Ich bin keine „1b-Lösung“.

Haben die Nürnberger Verständnis?

Egal, mit wem ich aus dem Verein und der Stadt in den letzten Tagen sprach: Alle sagten mir: „Dieter, du musst dich bei niemandem entschuldigen. Wenn ein anderer die Möglichkeit hätte, würde er es ähnlich machen.“ Martin Bader hat mir die Klausel bewilligt, weil er wusste, dass, wenn einmal die Chance kommt, ich sie ergreifen könnte. Anders als damals in Aachen hatte ich jetzt die Möglichkeit des Ausstiegs. Und auch, wenn es in den Augen mancher Fans wie Hohn klingt: Nürnberg war eine tolle Zeit. Wir haben den Klub auf einen guten Weg gebracht, das Klima im Verein stimmt. Dass niemand sagt: „Endlich ist der weg!“ zeigt mir ja nur, dass ich vieles in Nürnberg richtig gemacht habe.

Bei keinem Verein in Deutschland ist die Spielerfluktuation so hoch. Mit Allofs wurde Bremens Manager aus einem Vertrag gekauft, nun mit Ihnen der Trainer. Was entgegnen Sie jenen, die sagen: Wolfsburg kauft die Liga kaputt?!

Ich weiß, dass diese Entwicklung dem ein oder anderen ein Dorn im Auge ist. Aber das ist Profi-Fußball. Und es gibt auch andere Vereine, die das getan haben. Ich werde mich ab jetzt damit beschäftigen, warum gewisse Dinge in Wolfsburg so passiert sind. Warum der Verein oft so negativ dargestellt wird. Aber ich muss mich da erst mal richtig hineinarbeiten.

Wie gehen Sie den neuen Job an? Am 3. Januar geht es mit der neuen Truppe nach Belek ins Trainingslager.

Die Konstellation Allofs/Hecking könnte durchaus passen. Jetzt müssen wir zeigen, dass wir auch mit mehr Geld gut arbeiten können.

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Dieter Hecking

Der neue Wolfsburg-Trainer absolvierte 36 Spiele in der Bundesliga, in Liga zwei stand er 203 Mal auf dem Rasen. Als Coach begann er seine Karriere beim SC Verl, 2004 heuerte in Aachen an und stieg mit Alemannia auf. Danach wechselte der 48-Jährige nach Hannover, am 22. Dezember 2009 ging er nach Nürnberg. Hecking hat ein Händchen für Talente und etablierte diese in der Bundesliga.

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