Die provokanten Aussagen von Rudi Assauer haben die Leser bewegt. Der Macho-Manager mit der Zigarre hatte im EXPRESS-Interview gesagt, dass im Fußball kein Platz für Schwule sei. Er befürchte, so Assauer, dass nach einem Outing schwule Fußballer von den Fans gejagt werden würden. „Das sollte man ihnen ersparen.“
Die Meinungen gehen stark auseinander.
„Gerade Prominente aus Sport und Film sollten sich outen“, schrieb Juliette, 23, aus Köln. „Ein toller Filmstar bleibt ein toller Filmstar. Auch, wenn er sich outet. Ein Tor bleibt ein Tor, auch, wenn es von einem Homo geschossen wird.“
Marie Karsten ist entsetzt.: „Die Aussagen von Herrn Assauer fördern die Diskriminierung von lesbisch und schwul lebenden Menschen in unserer Gesellschaft.“ Sie schrieb weiter, dass sie im Bereich Homophobie und Fußball gearbeitet habe. „Über diese unzeitgemäßen Weltbilder bin ich nach wie vor erschrocken.“
Dagegen steht Robert Schmitz hinter Assauers Aussagen. „Er hat recht. Schwule Fußballer würden in den Stadien niedergemacht, nachdem sie sich geoutet hätten.“
Auch Dieter Schneider aus Engelskirchen befürchtet, dass die Fußball-Gesellschaft noch nicht bereit ist für eine Öffnung. „Es gibt leider noch zu viele intolerante Leute in den Stadien. Der Mensch und Profifußballer würde moralisch fertig gemacht.“
Dieter Kopf aus Köln dagegen fordert, dass auch im Fußball das Tabu Homosexualität gebrochen wird. Die Zeit sei reif dafür. „Wenn unser Außenminister schwul ist, der Bürgermeister von Berlin auch, da wird es keine Rolle spielen, ob ein Bundesligaspieler schwul ist.“ Und wenn er von einem Mitspieler verbal angegriffen wird? „Wenn ein Bundesligaspieler zu seiner Sexualität steht, wird ihm es nichts ausmachen, wenn der Gegenspieler sagt: Du schwule Sau.“
Corny Littmann, Klubchef von St. Pauli und bekennender Schwuler: „Es heißt immer, man müsse Tabus brechen. Das scheint sich in der Praxis schwieriger darzustellen als gedacht. Aber es ist Unsinn, dass sich Homosexuelle eine andere Sportart suchen müssten."
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