Geheimtreffen, Telefonate, Hinterzimmer-Diplomatie und zwei Mittelsmänner. Es klingt wie ein Polit-Thriller. Es ist die Geschichte des monatelangen Pokers um das Ballack-Aus.
Lesen Sie die Wahrheit über das Ende des 98fachen Nationalspielers im DFB-Trikot.
Bereits am 30. März, einen Tag nach der 1:2-Niederlage der DFB-Elf im Testspiel gegen Australien in Mönchengladbach, traf sich Bundestrainer Joachim Löw mit Ballack in Meerbusch. Bei diesem Treffen eröffnete Löw seinem Gegenüber, dass er nicht mehr mit ihm plane. „Das war es, lass es mal sacken. Wir können dann noch einmal telefonieren“, beendete der Bundestrainer das Gespräch. Ballack nickte, Ballack schien verstanden zu haben. Seine unglaubliche Karriere im DFB-Trikot war bereits zu diesem Zeitpunkt beendet.
Schließlich gab es noch mehrere Telefonate. Löw blieb hart. Man verständigte sich darauf, dass Ballack den Zeitpunkt seines Rücktritts selber bekannt geben sollte.
Das letzte Gespräch fand vor dem Länderspiel gegen Uruguay (2:1) Ende Mai statt. Löw bot Ballack gegen die Südamerikaner einen Platz im Kader an. Bei einem Einsatz wäre er auf sein 99. Länderspiel gekommen. Im August gegen Brasilien, so Löws Vorschlag, könne Ballack dann die 100 vollmachen und sich vom Publikum gebührend verabschieden. Der 34-Jährige lehnte ab. So nach dem Motto: Almosen brauche ich nicht.
Seitdem herrschte Funkstille. Ballack ignorierte die Anrufe des Bundestrainers. Offensichtlich tief verletzt. Hatte er nicht im letzten Liga-Spiel gegen Freiburg gezeigt, dass er immer noch zu überragenden Leistungen fähig sein kann? Hatte Manager Oliver Bierhoff nicht darauf gewettet, dass er, Ballack, noch einige Länderspiele machen werde? Nein, ein erzwungener Abschied kam plötzlich nicht mehr in Frage.
Beim DFB herrschte nervöse Unruhe. Der Fall geriet außer Kontrolle!
Es musste ein Vermittler her. Die Wahl, so sickerte aus Leverkusen durch, fiel auf Generalsekretär Wolfgang Niersbach. Der erfahrene Funktionär schaltete seinen Freund, Bayers Sportchef Rudi Völler, ein. Der ehemalige Bundestrainer sollte zwischen Löw und Ballack vermitteln und dem Kapitän außer Dienst klar machen, dass er sich nun im Sinne einer gemeinsamen Absprache äußern solle. Der DFB setzte eine Frist. Bis zum 15. Juni müsse der Fall vom Tisch.
Aber auch Völler konnte Ballack nicht umstimmen. Der einstige „Capitano“ blieb hart. Er schwieg weiter.
Bevor der DFB am 16. Juni die Pressemitteilung mit dem Ballack-Aus in die Welt des Fußballs sendete, wurden nach unseren Informationen die Bayer-Verantwortlichen als auch Ballack über den Inhalt informiert. Ballack erreichte die Nachricht im Sardinien-Urlaub. Seine Reaktion? Bisher weiter keine. Löw soll konsterniert sein, dass sich sein ehemaliger Leader weiterhin nicht meldet.
Klar ist nur: Die diplomatischen Beziehungen zwischen Löw und Ballack sind zerstört. Es gibt keinen Frieden mehr. Am Ende gibt es nur Verlierer.
Capitano schlägt zurück: Das ist an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten
Ich habe gestern im Urlaub durch eine Pressemitteilung des DFB erfahren, dass der Bundestrainer nicht mehr mit mir plant. Form und Inhalt der Nachricht überraschen und enttäuschen mich zugleich, weil sie die vom Bundestrainer mir gegenüber gemachten Aussagen in keinster Weise widerspiegeln.
Form und Inhalt der Mitteilung sind leider bezeichnend dafür, wie sich der Bundestrainer mir gegenüber seit meiner schweren Verletzung im Sommer letzten Jahres verhalten hat. Wenn jetzt so getan wird, als sei man mit mir und meiner Rolle als Kapitän der Deutschen Fußball-Nationalmannschaft jederzeit offen und ehrlich umgegangen, ist das an Scheinheiligkeit nicht zu überbieten.
Und ein längst vereinbartes Freundschaftsspiel jetzt als Abschied zu deklarieren, ist aus meiner Sicht eine Farce. Ich weiß, dass ich meinen Fans dieses Spiel eigentlich schuldig bin, aber ich kann dieses „Angebot“ nicht annehmen.
Hurra! Fortuna ist Bundesligist, Berlin steigt ab
8 Stunden und 47 Minuten wurde vor dem DFB-Bundesgericht in Frankfurt verhandelt. Dann verkündete Richter Goetz Eilers nach 80 minütiger Beratung um 22.37 Uhr das Urteil.
Blatter will Elferschießen abschaffen
FIFA-Präsident will über andere Entscheidungen beraten. „Der Fußball ist eine Mannschaftssportart, aber wenn er in Situationen eins gegen eins geht, verliert er sein eigentliches Wesen“, sagte der 76-Jährige in seiner Ansprache.
Fußballbibel-Stunde mit Frank Schaefer
„Was haben der Glauben und der Fußball gemeinsam? Beide Male muss man sich bekennen! Zum Lieblingsverein. Und zu Jesus Christus!“ Autor David Kadel macht eine Pause. Im Saal der Freikirchlichen Gemeinde Köln-West wird es still.
Alle Partien werden live kommentiert, Spielzug für Spielzug, einzeln oder als Konferenz. Dazu Aufstellungen und Statistiken: Welches Team hat mehr Ballbesitz, Torschüsse, gewonnene Zweikämpfe?