Empfehlen | Drucken | Kontakt21.01.2010 - 09:29 Uhr

Mieses Spiel: DFB-Medienchef Harald Stenger muss gehen

Von THOMAS GASSMANN und MARCEL SCHWAMBORN
Die Fußball-Fans kennen Harald Stenger als Moderator der Nationalelf-Pressekonferenzen.
Die Fußball-Fans kennen Harald Stenger als Moderator der Nationalelf-Pressekonferenzen.
Foto: Getty
Frankfurt –  

Am Sonntagabend treffen sich die deutschen Nationalspieler in Stuttgart. Joachim Löw (49) hat einen zweitägigen Fitness-Test angeordnet, außerdem müssen zahlreiche Werbe-Aufnahmen für die nahende WM in Südafrika gemacht werden.

Für einen ganz engen Vertrauten des Bundestrainers soll die Südafrika-Safari im Sommer der letzte große öffentliche Auftritt werden.

Nach EXPRESS-Informationen steht Medienchef Harald Stenger (58) vor seinem Aus beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Zuletzt tagten verschiedene Gremien des DFB.

Auf der Tagesordnung stand dabei auch die Zukunft des Mannes, den viele von den täglichen Pressekonferenzen bei den EM- und WM-Turnieren kennen. Stenger, der mehr als drei Jahrzehnte für die Frankfurter Rundschau berichtete, beerbte 2001 Medienchef Wolfgang Niersbach.

Als Direktor für Kommunikation war er bisher verantwortlich für die gesamte Öffentlichkeitsarbeit beim DFB. Ein schwieriger Job, den er mit hoher Leidenschaft ausfüllte. Und das, obwohl der Medien-Andrang immer umfassender wird. Selbst für die WM in Südafrika gingen 160 Akkreditierungs-Anträge von Print- und Online-Journalisten ein.

Ob Aufklärung im Wettskandal, Kommentierung von Präsidiums-Entscheidungen oder die Moderation von PR-Shows für das Frauen-Pokal-Finale in Köln - alles fiel in Stengers Zuständigkeitsbereich. Damit ist nun Schluss. Ab sofort wird ihm die Zuständigkeit für alle Bereiche außerhalb der Nationalmannschaft entzogen.

Ende des Jahres soll das Kapitel Stenger beim DFB dann ganz geschlossen werden. Offenbar ist der 58-Jährige Opfer eines Intrigenspiels, das offiziell als aktuell notwendige Aufgaben-Umverteilung dargestellt wird. Vielen galt der Pressechef als zu geradlinig und daher als zu unbequem.

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