Ein schwerer Zwischenfall hat die Partie zwischen dem VfL Bochum und dem 1. FC Nürnberg überschattet.
Acht Menschen wurden nach aktuellen Informationen verletzt, als unmittelbar vor dem Anpfiff im Block der Gäste-Fans bengalische Feuer und Seenotfackeln abgebrannt wurden. „Das war natürlich unrühmlich. Zwei Menschen haben schwerste Brandverletzungen an den unteren Gliedmaßen erlitten und sind in Spezialkliniken eingeliefert worden. Das ist sehr heftig“, sagte Bochums Finanzvorstand Ansgar Schwenken nach dem Spiel. Laut Schwenken sei Magnesiumpulver abgebrannt worden, das praktisch nicht zu löschen ist.
Nürnberg wird auf jeden Fall mit einer Strafe durch den Deutschen Fußball-Bund (DFB) rechnen müssen. Inwiefern Bochum wegen der Aufsichtspflicht haftbar gemacht werden kann, konnte Schwenken noch nicht sagen. „Das ist ein Unding. Da ist ein Schuss Dummheit dabei, den man verurteilen muss“, kommentierte Gäste-Coach Dieter Hecking die Vorkommnisse. Ähnlich erschüttert reagierte Nürnbergs Sportdirektor Martin Bader: „Da fehlt mir jedes Verständnis. Ich hoffe, dass die Verletzten wieder schnell auf den Damm kommen und dass die Polizei aussagekräftige Bilder hat.“
Auf dem Platz tat sich dagegen wenig. Rund 24.780 Zuschauer sahen über weite Strecken wenig Aufregendes. Die Partie endete 0:0. Nürnbergs Torjäger Albert Bunjaku sah wegen unsportlichen Verhaltens (87.) die Gelb-Rote Karte.
Bochum ist nun bereits seit acht Spielen ohne Niederlage und hat weiter einen komfortablen Vorsprung auf die Abstiegszone. Nürnbergs Coach Hecking musste unmittelbar vor Spielbeginn umdisponieren. Dominik Maroh kam für den Brasilianer Breno, der bereits auf der offiziellen Aufstellung stand. Kollege Heiko Herrlich brachte Roman Prokoph für den leicht angeschlagenen Paul Freier von Beginn an.
Bochum hatte die erste gute Möglichkeit durch Stanislav Sestak, Nürnbergs Keeper Raphael Schäfer war aber zur Stelle (9.). Die Gäste hatten dann durch Bunjaku die erste große Chance, doch VfL-Kapitän Marcel Maltritz blockte ab (20.). Wenig später verpasste Maroh mit einem Kopfball nach einem Eckstoß nur knapp die Nürnberger Führung.
Das Spiel der Nürnberger wirkte etwas flüssiger, weshalb auch bessere Möglichkeiten heraussprangen. So setzte Stürmer Eric-Maxim Choupo-Moting in aussichtsreicher Position den Ball ans Außennetz. Kurz vor dem Wechsel brachte Bochum gleich dreimal in einer Szene den Ball nicht über die Linie. Zweimal scheiterte Christoph Dabrowski an Schäfer, dann rettete Nürnbergs Javier Pinola vor Sestak.
Im zweiten Durchgang drückten die Nürnberger zunächst aufs Tempo, die Offensivaktionen durch Bunjaku (54.) und Choupo-Moting (60.) waren aber nicht zwingend. Glück hatte der FCN dann bei einem abgefälschten Schuss von Zlatko Dedic, der nur knapp das Tor verfehlte (61.). In der Schlussphase sah Bunjaku Gelb-Rot, nachdem er wegen der fünften Verwarnung ohnhin für das nächste Spiel gesperrt gewesen wäre.
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