Was war da los in der Regionalliga? Sind etwa auch Spiele der Amateure des 1. FC Köln und von Borussia Mönchengladbach betroffen?
Nach SZ-Informationen findet sich in den Akten der Staatsanwaltschaft der Hinweis, dass das Regionalliga-Spiel vom 30. Mai 2009 zwischen Mönchengladbach II und dem SC Verl (3:4) manipuliert werden sollte. „Unbekannte“ mutmaßliche Wettbetrüger hätten „unbekannte Spieler“ bestechen wollen. Entgegen der Verabredung habe Verl doch in Gladbach gewonnen.
Eine Woche später, am letzten Regionalliga-Spieltag (6. Juni 2009) unterlag Verl gegen den 1. FC Köln II dann mit 0:1 durch ein Eigentor von Kalkan (41.). Nach EXPRESS-Informationen sollen mehrere Verler Spieler von dem 34-Jährigen Verhafteten aus Niedersachsen bestochen worden sein.
Gladbachs Sportdirektor Max Eberl: „Dazu kann ich nichts sagen, weil wir von DFL, DFB und Staatsanwaltschaft nichts wissen. Sollten es irgendwelche Spieler sein, muss man mit aller Härte gegen sie vorgehen, damit es abschreckend ist. Ich finde es traurig, dass es Fußballer gibt, die sich so einem Mist hingeben, um sich ein bisschen Geld nebenbei zu verdienen und dafür ihre Ehre aufgeben.“
Borussia-Anwalt Dr. Christoph Schickhardt will nun Akteneinsicht bei der Staatsanwaltschaft beantragen.
Süddeutsche.de liegt offenbar im Zusammenhang mit dem europäischen Wettskandal eine Liste mit verdächtigen Spielen vor. Dabei handelt es sich vornehmlich um Begegnungen kleinerer Klubs. Offenbar wurden hauptsächlich Wetten darauf abgeschlossen, dass Spiele mit einer bestimmten Tordifferenz zu Ende gehen. Im Folgenden die Liste im Überblick...
Spieler der Gastmannschaft sollen 15000 Euro dafür erhalten haben, dass sie mit vier Toren Unterschied verlieren. Das Spiel endete 5: 1. Wettgewinn der angeblichen Bande: 60.000 Euro.
Mehrere Kicker sollen 20.000 Euro dafür bekommen haben, dass die Heimmannschaft mit mindestens zwei Toren Unterschied verliert. Ergebnis: 0:4. Die mutmaßlichen Täter sollen bei fünf Wettanbietern insgesamt 149.400 Euro gesetzt haben.
Über einen Mittelsmann soll Schmiergeld an die Kicker von Namur geflossen sein, damit Namur mit mindestens drei Toren Unterschied verliert. Ergebnis: 3:0 für die Heimmannschaft. Bei einem Wetteinsatz von 50.000 Euro sollen 17.500 Euro Gewinn herausgesprungen sein.
Spieler von Namur sollen erneut bestochen worden sein, damit sie mit zwei Toren Unterschied verlieren. Ergebnis: 0:2. Die mutmaßlichen Täter sollen bei einem Wetteinsatz von 100.000 Euro einen Gewinn von 39. 000 Euro erzielt haben.
Spieler aus Zadar sollen 30.000 Euro dafür erhalten haben, damit sie ihr Heimspiel hoch verlieren. Ergebnis: 0:3. Wetteinsatz: 70.000 Euro. Da auf dieses Spiel offenbar in einer Kombination mit anderen Begegungen gewettet wurde, die nicht wie gewünscht endeten, seien die Einsätze verloren gegangen.
Spieler sollen dafür geschmiert worden sein, dass Ankaraspor mit zwei Toren Unterschied verliert. Ergebnis: 0:2. Angeblicher Wettgewinn: 18.500 Euro bei 10.000 Euro Einsatz.
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