Nie wieder waren sie so nah dran ...
Ein Punkt in Unterhaching hätte gereicht, um die fabelhafte Saison mit dem ersehnten ersten Meistertitel zu krönen. Doch es wurde wieder nichts. Und Leverkusen wurde zu Vizekusen.
Das Drama in Unterhaching, dem kleinen Vorort Münchens, kostete Bayer den sicher geglaubten Meistertitel. Nur wenige Kilometer weiter feierten die Bayern wieder einmal den Gewinn der Schale - nein, der Fußballgott war an diesem Tag ein Münchner!
Über 33 Spieltage faszinierte Leverkusen die Bundesliga, lag einen Spieltag vor Schluss drei Punkte vor Bayern. Doch an jenem Nachmittag gelang nichts.
Als in Unterhaching die frühe 3:0-Führung der Bayern auf den Anzeigetafeln erscheint, gerät Bayer ins Zittern. Und spätestens nachdem der bis dato überragende Michael Ballack ("So etwas zerreißt einem die Seele") ins eigene Tor trifft, legte sich die Nervosität wie eine Fußfessel um die Gelenke der Bayerprofis - das Drama nahm seinen Lauf.
Chance um Chance vereitelte Unterhachings Keeper Gerhard Tremmel, die Zeit wurde knapp. Und mit Hachings 2:0 wird allen klar: Der Traum vom Titel ist geplatzt.
"In der Kabine war eine Stimmung wie auf dem Zentralfriedhof in Chicago", sagte Christoph Daum später mit leerem Gesichtsausdruck.
Von Fußballgöttern & Teufeln
1980/81: Der alte Meister war auch der neue: Die Bayern schafften die Titelverteidigung, obwohl Konkurrent Hamburger SV einen Kaiser auf den Rasen schickte. Franz Beckenbauer war nach drei Jahren bei Cosmos New York und 1638 Tagen Abstinenz in die Bundesliga zurückgekehrt.
Er heuerte aber an der Elbe an und nicht an der Isar. HSV-Manager Günter Netzer war extra nach Amerika geflogen, um den 35-Jährigen zu überreden. Beckenbauers erster Einsatz war jedoch nicht von Erfolg gekrönt.
Bei der 2:3-Pleite in Stuttgart am 15. November 1980 hatte er ein Comeback mit Hindernissen. Als Schiedsrichter Günter Linn anpfiff, war Beckenbauer nicht da. Eine Minute lang spielte der HSV mit zehn Mann, ehe der „Kaiser“ erschien. Beckenbauer hatte halt schon immer ein Gespür für große Auftritte...
Beckenbauers Stern leuchtete nur spärlich
Jedoch hatte der HSV lange die Nase im Titelkampf vorne, ehe es in Hamburg zum Kampf der Giganten kam. Die Gastgeber führten lange 2:0, ehe Bayern in letzter Minute durch Paul Breitner ausglich. Von dem Schock erholte sich der HSV nicht mehr, verspielte seinen drei Punkte Vorsprung, während die Münchener am Ende acht Siege in Folge feierten.
Während Beckenbauers Stern nur spärlich leuchtete, kam Rudi Völler bei 1860 München ganz groß raus. Der Stürmer erzielte gegen Düsseldorf drei Tore beim 4:3-Sieg, insgesamt waren es in seinem ersten Jahr bei 1860 neun Tore, den Abstieg der Löwen konnte aber auch Völler nicht verhindern.
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