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3:2 in Verlängerung: Freiburg siegt in irrem Pokal-Kampf in Mainz

Nicht mehr zu halten: Freiburg feiert den Einzug ins Pokal-Halbfinale.
Nicht mehr zu halten: Freiburg feiert den Einzug ins Pokal-Halbfinale.
Foto: Bongarts/Getty Images
Mainz –  

Solche Spiele gibt's wohl nur im Pokal. Nach vier Minuten war das Ding in Mainz gegessen. Die Gastgeber hatten den SC Freiburg überrumpelt, waren durch Shawn Parker (2.) und Niki Zimling (4.) fix in Führung gegangen.

Doch es kam ganz anders und am Ende von 120 nervenaufreibenden Minuten feierte der SC Freiburg. 3:2 gewonnen. Dank einer famosen Aufholjagd und unbändigem Kampfgeistes stehen die Breisgauer zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im Halbfinale des DFB-Pokals.

Shawn Parker mit dem 1:0 in der 2. Minute.
Shawn Parker mit dem 1:0 in der 2. Minute.
Foto: Bongarts/Getty Images

Held des Abends war Daniel Caligiuri. Er behielt in der Nachspielzeit die Nerven und verwandelte einen umstrittenen Foulelfmeter zum 2:2-Ausgleich. Zuvor hatte Ivan Santini die Gäste rangebracht (86.). In der Verlängerung erzielte Caligiuri dann auch noch den Siegtreffer (108.). Sein Bruder Marco Caligiuri (28) stand mit den Mainzern völlig bedröppelt auf dem Rasen, musste zusehen wie Daniel zwei Tore erzielte und ein irres Spiel drehte.

Nach vier Minuten zeigte die Anzeigetafel bereits 2:0 an. Zimling hatte für Mainz getroffen.
Nach vier Minuten zeigte die Anzeigetafel bereits 2:0 an. Zimling hatte für Mainz getroffen.
Foto: dpa

Frühe Mainzer Führung

Der Däne Zimling hatte Mainz mit einem wuchtigen Distanzschuss Marke „Raketenstart“ (FSV-Manager Christian Heidel) in Führung gebracht. „Da konnte der ein oder andere die Anfangsnervosität nicht ablegen“, kommentierte Freiburgs Sportdirektor Dirk Dufner in der Halbzeitpause.

Bis dahin hatten sich die Breisgauer allerdings längst wieder aufgerappelt. Trainer Christian Streich nahm den glücklosen Vegar Hedenstad in der 13. Minute raus, brauchte Jonathan Schmid und stellte die Mannschaft leicht um. Das half. Ihre stärkste Phase der ersten Hälfte hatten die Gäste nach einer guten halben Stunde: Caligiuri (33.) prüfte den für Christian Wetklo ins Tor gerückte Heinz Müller, Johannes Flum (37.) und Oliver Sorg (39.) mit einem Lattentreffer verpassten ebenfalls den Anschlusstreffer.

Der Held: Daniel Caligiuri (Mitte) traf per Elfmeter zum 2:2 in der Nachspielzeit und erzielte den Führungstreffer in der Verlängerung.
Der Held: Daniel Caligiuri (Mitte) traf per Elfmeter zum 2:2 in der Nachspielzeit und erzielte den Führungstreffer in der Verlängerung.
Foto: dpa

Doch zum Ende der regulären Spielzeit kamen die Freiburger zurück, auch weil Mainz-Profi Pospech die Gelb-Rote Karte sah (65.). Der Mainzer Trainer Thomas Tuchel, der tags zuvor mit einer Brandrede gegen viele Schiri-Fehlentscheidungen für Aufsehen gesorgt hatte, suchte die Schuld alleine bei seinen Spielern. „Wir haben uns völlig allein um den Lohn der Arbeit gebracht, und das tut sehr weh. Der Elfmeter war kein klarer, aber man kann ihn wohl geben.“

Wütete an der Seitenlinie: Freiburgs Coach Christian Streich.
Wütete an der Seitenlinie: Freiburgs Coach Christian Streich.
Foto: Bongarts/Getty Images

Dreimal Aluminium

Tuchel hatte auf die Unterzahl reagiert, nahm den starken Offensivmann Parker raus und brachte in Junior Diaz einen weiteren Verteidiger. Das größte Glück der Hausherren - dreimal scheiterten die Gäste in der turbulenten Schlussphase am Aluminium, dann traf der zwei Minuten zuvor eingewechselte Santini. Nach einem Zweikampf zwischen Bo Svenssson und Santini entschied Referee Deniz Aytekin auf Strafstoß. In der Verlängerung bestimmten die Freiburger das Geschehen und Caligiuri machte den größten Erfolg der Freiburger im DFB-Pokal perfekt.

„Das war ein typischer Pokalfight“, resümierte Mainz-Präsident Harald Strutz - aber auch das fünfte Heimspiel der Rheinhessen ohne Sieg in diesem Jahr. „Das war absolut ärgerlich und unnötig“, kritisierte FSV-Akteur Julian Baumgartlinger.

Am Abend zog auch der VfL Wolfsburg ins Pokal-Halbfinale ein. Gegen die Offenbacher Kickers gewann der Erstligist mit 2:1.

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