Die 2:4-Pleite bei Energie Cottbus vom vergangenen Samstag wird nicht nur den Spielern von Fortuna Düsseldorf in schlechter Erinnerung bleiben:
Ein Fortuna-Fan (19) hat zwei Ordner (29, 36) des FC Energie Cottbus wegen rassistischer Beleidigung angezeigt. Die Sicherheitsmänner hätten ihn wegen seine Hautfarbe abfällig beschimpft, berichtet der in Frankreich geborene 19-jährige Deutsche später der Polizei. Das bestätigte auch Cottbus-Sprecher Lars Töffling.
„Wir werden das geräuschlos und lückenlos aufklären und gegebenenfalls schnell Konsequenzen ziehen“, erklärte Töffling. „In dem infrage kommenden Bereich waren etwa 50 Ordner im Einsatz. Wir müssen jetzt anhand von Einsatzplänen herausbekommen, um wen es sich gehandelt haben könnte und abwarten, ob die Staatsanwaltschaft Ermittlungen einleitet“, meinte Töffling weiter.
Nach der Partie kam es aber auch zu einer Anzeige von Seiten der Ordner gegen einen Düsseldorfer Anhänger: Sie gaben an, bei einem Zwischenfall nach dem zweiten Energie-Tor von einem Fortuna-Fan mit Reizgas angegriffen worden zu sein. Daraufhin habe man diese und einen weiteren Gästefan aus dem Stadion gebracht und einen der beiden der Polizei übergeben.
Ein Video auf einer Fortuna-Fanseite im Internet zeigt die Abläufe rund um den vermeintlichen Zwischenfall. Dort sind mehrere Ordner zu sehen, die am Eingang zum Gästeblock stehen und schwarze Kapuzen tragen. Wenig später scheint die Situation zu eskalieren: Einige der Kapuzen-Ordner stürmen die Treppe herunter, es kommt zu Tumulten. Die Fortuna-Fans im unmittelbaren Umfeld skandieren wenig später „Nazis raus” in Richtung des Sicherheitsdienstes.
Das Video zu den Tumulten im Fortuna-Gästeblock in Cottbus (Quelle http://www.fortuna-videos.de):
In Internetforen der Fortuna-Anhänger wird allerdings eine andere Ursache für das Handgemenge genannt. Danach sollen die Sicherheitsleute im Gästefanblock ohne Grund einen Düsseldorfer die Treppe herunter geschubst haben. Erst dadurch sei die Lage eskaliert.
Laut „Lausitzer Rundschau“ steht André Waiß, der Sicherheitsbeauftrage des Vereins, in der Kritik. Er ist gleichzeitig Chef einer Sicherheitsfirma, die den Ordnerdienst im Stadion stellt. Vor sechs Wochen hätten ehemalige Angestellte der Waiß-Firma den Vorwurf erhoben, dass gelegentlich auch vorbestrafte Hooligans Ordnungsdienst bei Energie-Spielen versehen würden. Waiß und der Verein hatten diese Behauptungen prompt dementiert.
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