Vom sonnigen Spanien zurück in Düsseldorf. Und wo ist es hier am schönsten? Klar – im Brauhaus. Hurra! Fortuna-Trainer Norbert Meier fliegt beim großen EXPRESS-Stammtisch ein.
Am kommenden Montag startet im Frankenheim-Brauereiausschank „Im Goldenen Ring“ (Burgplatz 21) ab 19 Uhr die erste Auflage des Fan-Talks im Jahr 2012. Neben Meier, der letzte Einblicke vor dem Start in Ingolstadt gewähren wird, ist auch TV-Reporter Ulli Potofski zu Gast bei Moderator Andre Scheidt.
Wer dabei sein will, kann sich und eine Begleitperson über die Hotline 01379 - 88 47 17 (legion, 0,50 Euro pro Anruf aus dem Festnetz der DTAG, mobil teurer) anmelden.
Vorher zieht Meier im EXPRESS seine ganz persönliche Marbella-Bilanz. Meier über...
...die tollen Begingungen: Mit der Auswahl haben wir Glück gehabt, die Türkei wäre wohl diesmal ein Ausfall geworden. Wir hatten mit dem Wetter Glück, die Plätze waren gut. Nur beim zweiten Testspiel war die Organisation schlecht. Einen Abend vorher sagt mit Kiew der zweite Gegner ab, da habe ich mich ein wenig verarscht gefühlt.
...den wilden Test gegen UD Marbella: Ein grenzwertiges Spiel, da war ein bisschen viel Hektik drin. Da haben wir nichts von, aber wenigstens haben es alle unbeschadet überstanden.
...die Stimmung: Die ist sehr gut, bei einer Woche bekommst du auch nicht so leicht einen Lagerkoller. Zu meiner Zeit waren es meist zwei Wochen, da ist das etwas anderes. Die Mannschaft hat gut gearbeitet. Der ein oder andere muss noch zulegen. Die neuen Spieler brauchen eine gewisse Gewöhnungszeit, einige die man länger nicht gesehen hat, haben sich wieder nach vorne gespielt. Dem ganz harten Kern haben wir etwa gleich viel Spielzeit gegeben.
...die Konkurrenz-Situation: Die ist auf vielen Positionen da, das brauchen wir. Es ist nicht gut, wenn es nur Platzhirsche gibt. Für einen Trainer ist es immer von Vorteil, wenn die Möglichkeiten größer werden.
...den viel beschworenen Teamgeist: Das zeichnet die Mannschaft aus, dass sie einen so großen Zusammenhalt hat. Selbst Maxi Beister, der vor einem Jahr noch die Liegestühle für die anderen rangekarrt hätte, schmeißt jetzt erfahrene Spieler ins Wasser. Wenn die Mannschaft merkt, dass du ihr hilfst und im Kopf klar bist, kannst du immer zurechtkommen.
...über gegen Marbella geschonte Spieler: Bei Timo Furuholm habe ich mich über sein Tor im Wintercup gefreut, aber er hat seit November nur für sich selbst trainiert. Deshalb habe ich ihn rausgenommen. Bei Sascha Rösler bin ich manchmal froh, wenn er bei Freundschaftsspielen nicht dabei ist. Er muss später funktionieren.
...Testspieler Yohei Kajiyama: Der kleine Japaner hat das gut gelöst. Er versteht kein Wort, ist aber sehr anpassungsfreudig. Allerdings ist er mehr ein Zehner oder eine hängende Spitze, da sind wir mit Rösler und Ken Ilsö gut aufgestellt.
...die zuletzt nicht so gute Chancenverwertung: Das üben wir ständig, und wenn das nicht klappt, ärgere ich mich auch bei einem Testspiel gegen Monheim. Du musst vor der Hütte kalt sein, das ist der entscheidende Punkt. Gute Chancen bekommst du nicht am Fließband, in der Hinrunde haben wir sie gemacht.
...mögliche Störfeuer durch Vertragsverhandlungen: Das sind ganz normale Vorgänge im Fußball. Bei allen Dingen muss man immer sehen wie der Verein aufgestellt ist und was machbar ist. Ich kommuniziere auf einer Ebene mit den Spielern, wusste auch damals als einer der ersten, was mit Martin Harnik ist. Ein Profifußballer hat vielleicht 13 Jahre, die will man für sich nutzen und das muss man verstehen. Manchmal gibt es eben Spielzeiten, nach deren Ende Verträge auslaufen, manchmal nicht.
So ein Glück hatte Fortuna selten: Vom ersten bis zum letzten Tag strahlender Sonnenschein, so gut wie keine Wolke, tagsüber immer Temperaturen von knapp unter 20 Grad und in der ganzen Zeit kein einziger Regentropfen - besser geht's nicht.
Pool-Party
Die größte Gaudi-Aktion in Marbella: Nach einem Fototermin warfen sich die Spieler in voller Montur gegenseitig in den Pool. Zum besten Ringer avancierte dabei Thomas Bröker, der sich gleich mehrfach erfolgreich gegen die Attacken der Kollegen wehrte.
Beim Duell mit den Grashoppers sorgten beide Lager für Stimmung. Höhepunkt: Der etwas beleibtere GFC-Vorsänger gab „Wärst du doch in Düsseldorf geblieben“ auf Schwitzerdütsch zum Besten. 30 Fortuna-Fans applaudierten lachend, einer rief: „Hey, Moby Dick, du bist im Recall!“
Oliver Fink musste zwischendurch wegen familiärer Probleme nach Hause, Sascha Dum und Lumpi Lambertz plagten sich mal mit kleineren Blessuren herum. Kaum Wehwehchen, so kann es in der Saison weitergehen.
Keine ARD, erst recht kein Sky - der Fortuna-Tross samt Sponsoren drohte am Wochenende beim Bundesliga-Start in die Röhre zu schauen. Manager Wolf Werner schritt entschlossen ein, veranlasste, dass im Mannschaftshotel Guadalmina die Kanäle umgestellt werden.
Durch Marbella zieht sich eine riesige Baustelle, die zudem von den meisten Navigationsgeräten ignoriert wird. Das sorgte dafür, dass die Mannschaft zu Beginn des Camps über 20 Minuten ins Trainingsquartier brauchte.
Der Kroate flog als neuer Innenverteidiger abends ein, war aber am nächsten Morgen schon wieder weg. Die sportärztliche Untersuchung war negativ ausgefallen, womit die Suche nach einer Verstärkung für diese Position wieder von vorne los ging.
Dnjepr Dnjepropetrowsk sagte als Testspielgegner zu und dann wieder ab. Die Spieler des Klubs waren inzwischen entweder mehrheitlich verletzt oder verkauft. Ersatz Dynamo Kiew stellte dann auch nur vier Mann als Ergänzung für UD Marbella. Enttäuschend auch Kiews Superstar Andrej Schewtschenko, der sämtliche Fotowünsche von den Fans ablehnte.
Fies, fieser, Jose Mari. Sein Faustschlag gegen Maxi Beister in dem Testspiel war die Schande der Woche. Selbst den Gastspielern aus Kiew war es peinlich, sie entschuldigten sich und betonten, dass es sich ja nicht um ihre Mannschaft handele.
Böse Überraschung für einen Fortuna-Sponsor bei der Ankunft: Das Begrüßungskomitee im Hotelzimmer bestand aus Kakerlaken. Die wurden dann zwar vom herbeigerufenen Personal eliminiert, aber tot auf dem Boden liegen gelassen.
Paul Jäger: Vom Urteil direkt zum Fortuna-Stammtisch
Heute (Montag), ab 18:30 Uhr, steigt der Fortuna-Stammtisch zum Aufstieg. Sie können dabei sein: Entweder vor Ort im Goldenen Ring - oder live am Rechner
Im Elfmeter-Schießen gegen Köln alles klar machen
Der EXPRESS-Stammtisch war wieder einmal ein voller Erfolg: Dabei gab es 67 Minuten Fortuna-Unterhaltung vom Feinsten. Vor allem die Aufstiegs-Träume von Präsident Peter Frymuth sorgten dabei für Gesprächsstoff.
Kult-Torjäger Mayer: Der FC steigt direkt ab
Beim Stammtisch sorgte der frühere Kult-Torjäger Frank Mayer für ein umjubeltes Schlusswort. Daneben gab es aber noch viel Lob für seinen ehemaligen Verein.