Diesen Testkick wird bei Fortuna so schnell keiner vergessen.
Die Vorgeschichte: Eigentlich sollte die Meier Elf gegen Dnjepropetrowsk spielen. Abgesagt, weil zu viele Profis verletzt waren - und einige während des Trainingslagers auch noch verkauft wurden. Nächster Versuch: Dynamo Kiew.
Klappte ebenfalls nicht, weil auch der ukrainische Top-Klub zu wenig Leute hatte. Letztlich wurde es dann der spanische Drittligist UD Marbella, verstärkt mit vier Akteuren aus Kiew. Und gegen dieses „FC Mischmasch“ wurde das Duell zu einem Skandal.
Der Skandal
Auslöser war die 68. Minute. Direkt vor der Düsseldorfer Bank gewann Maxi Beister einen Zweikampf. Was seinen Gegenspieler Jose Mari derart frustrierte, dass er dem Fortuna-Star mit der Faust einen fiesen Leberhaken verpasste. Maxi wälzte sich am Boden, bekam kaum Luft, konnte nicht mehr weiterspielen.
Dafür spielte sich vor ihm umso mehr ab. Co-Trainer Uwe Klein sprang auf, schnappte sich den Übeltäter. Die Folge: Tumulte, Rangeleien, Rudelbildung. Klein hatte Glück, dass er sich selbst keinen Faustschlag im Gesicht fing, sagte anschließend: „Er hat es versucht, aber nicht getroffen.“ Und zu seinem wilden Auftritt: „Wer so link spielt, muss mit so einer Reaktion rechnen.“
Der spanische Schiri, über den sich Norbert Meier zuvor bereits mehrfach aufgeregt hatte („Hör mal, Hans-Gerd, du musst mal pfeifen“), zeigte Jose Mari Rot, das Spiel stand vor dem Abbruch. Kommentar Beister: „Über so etwas sollte man sich nicht unterhalten.“
Fußball wurde auch gespielt. Fortuna siegte 5:2, die Tore erzielten zweimal Beister, Thomas Bröker, der sich zuvor mit dem Verein über einen neuen Zweijahresvertrag einigte, Oliver Fink, der wegen eines Krankheitsfalls in der Familie zwischenzeitlich abgereist war und in der Nacht zuvor zurückgekehrt war („Alles wieder in Ordnung“) sowie Juanan.
Die Reaktion der Fans
Den größten Spaß hatten am Dienstag Düsseldorfs Fans, die insgesamt über 5000 Euro bei einem Wettanbieter abzockten, der bis zur Pause nicht merkte, dass der Gegner gar nicht Kiew war und deshalb auf einen hohen Fortuna-Sieg gesetzt hatten.
Die, die vor Ort waren, feierten ihren Co-Trainer beim Verlassen des Geländes mit „Uwe Klein Hooligan“-Sprechchören. Damit ist eins klar: Sollte es in der Rückrunde mal hektisch werden - Fortuna hat nach diesem Skandalspiel schon genug Erfahrung gesammelt...
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