Empfehlen | Drucken | Kontakt30.08.2010 - 23:18 Uhr

Fortuna verliert 1:2: Hertha zerstört den Heimnimbus

Von VOLKER GEISSLER
Foto: dpa
Düsseldorf –  

Die Nachspielzeit lief bereits, als Thomas Bröker noch einmal in den Strafraum eindrang. Fortunas Joker kam zu Fall, die Arena forderte vehement Elfmeter.

Doch Schiedsrichter Hartmann entschied auf Schwalbe und zeigte dem zwölf Minuten zuvor eingewechselten Ex-Ahlener die Ampelkarte. Es war der dramatische Schlusspunkt einer Partie, in der nach über 16 Monaten und 21 ungeschlagenen Pflichtspielen Düsseldorfs Heimnimbus mit 1:2 gegen die Hertha riss. Wieder gegen ein Berliner Team, damals war es Union.

Eine mehr als unnötige Pleite. Fortuna begann stark, hatte in der Anfangsphase gute Chancen. Insbesondere, wenn Jojo van den Bergh über links durchstartete, wurde es brandgefährlich. In der vergangenen Saison sprang dabei sehr oft eine frühe Führung heraus, diesmal verpuffte die Startoffensive. Berlin kam das erste Mal gefährlich nach vorne und traf sofort, als Rob Friend eine Freistoß-Flanke in den Kasten grätschte. Fortunas Trainer Norbert Meier: „Die gehen mit ihrer ersten Szene gleich in Führung. Bis dahin hatten wir alles im Griff. Man konnte der Mannschaft anmerken, dass sie sich danach sortieren musste.“

Fortuna Düsseldorf nach Noten

Fortunas Heimspiel gegen die Berliner Hertha
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Offensichtlich, denn damit begannen fünf vogelwilde Fortuna-Minuten.Valerij Domovchiyski tauchte völlig frei vor Michael Ratajczak auf, setzte den Ball aber neben den Kasten. Wenig später machte er es besser, sein Schuss landete von der Unterkante der Latte im Tor. Und damit hatte Fortuna innerhalb von 300 Sekunden doppelt so viele Heim-Gegentore kassiert wie zuvor im gesamten Jahr 2010.

Den Zwei-Tore-Rückstand konnte Fortuna nicht mehr aufholen und Gäste-Coach Markus Babbel atmete nach dem Abpfiff tief durch: „Das ist das Schöne am Sport, dass nicht immer die bessere Mannschaft gewinnt.“

Norbert Meiers Team brauchte bis nach dem Wechsel, um sich vom Schock zu erholen. Der Trainer brachte Wellington für den erneut glücklosen Sandor Torghelle und nach einigen Minuten ging die Post ab. Ranisav Jovanovic hatte die größte Chance, als er eine scharfe Hereingabe von Christian Weber knapp über die Latte grätschte. „Schade, bei dieser Chance komme ich zehn Zentimeter zu spät. Aufgrund der zweiten Halbzeit wäre ein Unentschieden verdient gewesen.“

Und es wurde noch einmal knapp. Wellington sah, dass der ansonsten gute Hertha-Keeper Maikel Aerts zu weit vor seinem Kasten stand und schmetterte die Kugel aus über 30 Metern in den Winkel. Endlich das erste Pflichtspiel-Tor der Saison, ein echter Urknall. Die über 30.000 Fans peitschten die Düsseldorfer noch einmal nach vorne, aber es reichte nicht mehr. „Es ist richtig, dass wir in Cottbus verloren haben und jetzt auch gegen Hertha. Aber wir waren in beiden Spielen nicht die schlechtere Mannschaft. Wir haben zur Pause in der Kabine gesessen und uns gefragt, warum zum Teufel die Berliner 2:0 in Führung liegen“, ärgerte sich Kapitän Lumpi Lambertz.

Unterm Strich stehen aber weiterhin null Punkte. Manager Wolf Werner: „Wir haben die ersten 20 Minuten zwar ordentlich gespielt, aber waren nicht wirklich gefährlich. Im Moment machen wir vorne die Dinger nicht rein und hinten machen wir Fehler.“

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