Empfehlen | Drucken | Kontakt21.04.2009 - 00:00 Uhr

Fan-Proteste nach Polizeiaktion: Die haben uns behandelt wie Verbrecher

Von MARC HERRIGER und FRANK NEUSSER
Fortuna-Fans waren am Sonntag von der Polizei eingekesselt.
Fortuna-Fans waren am Sonntag von der Polizei eingekesselt.
Foto: Arend

Düsseldorf - Am Tag danach war die Wut bei den Fortuna-Fans immer noch riesig. Vor dem Spiel gegen Union Berlin › wurden 250 Anhänger vor dem Lokal Kastanie an der Kaiserswerther Straße von der Polizei eingekesselt. Etliche wurden mit Reizgas besprüht, einige festgenommen. Die Betroffenen kritisieren die Aktion scharf.

Beim EXPRESS meldeten sich am Montag die Fortuna-Fans gleich reihenweise. Alle erzählten dieselbe Geschichte über die Vorkommnisse. So soll es sich abgespielt haben:

Auch ältere Männer wurden abgeführt.
Auch ältere Männer wurden abgeführt.
Foto: Arend

Gegen 12 Uhr wurde der Bereich um die Kneipe Kastanie von Bereitschaftspolizisten abgeriegelt. Den etwa 250 Fans wurde mitgeteilt, es geschehe zu ihrer eigenen Sicherheit, Hooligans von Union Berlin seien in der Nähe unterwegs. Man werde das Spiel auf keinen Fall verpassen. Doch auch um 14 Uhr geschah nichts.

Die Fans wurden unruhig, da griff die Polizei zum Pfefferspray und zu den Knüppeln, die Situation eskalierte. „Die haben den Fans die volle Ladung ins Gesicht geschossen“, berichtet Lars Möller, der auch im Kessel gefangen war.

Im Gegenzug flogen dann Gläser, Flaschen und Stühle. „Vorher war es ganz ruhig, von den Fans kam keine Provokation“, berichtet Josef Abel.

Danach begann die Polizei einzelne Fans in Gewahrsam zu nehmen. Der Rest der Fans wurde in die Kastanie gedrängt. „Durch ein offenes Fenster sprühte die Polizei Pfefferspray. Gestandene Männer kollabierten, Frauen und Kinder weinten“, berichtet Lars Möller.

Dirk Bierholz, Leiter des Fortuna-Fanprojektes, war auch im Kessel. Er erzählt: „Alles war abgeriegelt, selbst Kinder und Frauen durften nicht mehr raus. Ich habe es zumindest geschafft, dass die Rollstuhlfahrer heraus konnten.“ Ärger gab es auch im Stadion. Fortuna-Ultras, die meisten minderjährig, darunter viele Mädchen, wurden auch dort eingekesselt. Vorwurf: Sie hätten Feuerwerks körper dabei. Zwei Fortuna-Fanbeauftragte versuchten zu schlichten, wurden dabei selbst Opfer von Schlägen durch die Polizei. „Die haben uns behandelt wie die Verbrecher“, berichtet einer der Ultras. Auch Hunde seien eingesetzt worden.

Der Verein ist fassungslos vom Durchgreifen der Polizei. Mehr über die Reaktion Fortunas in der Info-Box!

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