„Ich werde versuchen, Frank Schaefer den Rücken freizuhalten. Wie ich es mir als Trainer auch von einem Sportdirektor wünschen würde.“ Volker Finke bei seinem Amtsantritt am 1. Februar 2011.
Das Bild dieser Tage rund um die FC-Mannschaft lässt daran zweifeln. EXPRESS erfuhr: Finke funkte dem Coach bei der Analyse der Derby-Pleite im Besprechungsraum dazwischen. Der Coach zeigte den Profis deren Fehler bei dem 1:5 auf der Videoleinwand. Szene für Szene wollte er durchgehen und ihnen erklären, was sie falsch gemacht hatten.
„Bei dem 0:1 darfst du nicht so leichtsinnig zum Kopfball gehen“, kritisierte der Coach Christian Eichner, „Nova! Deine Reaktion war auch nicht gut. Nächste Szene, bitte“. Doch da hakte Finke ein, sprang auf und stellte die Situation vor der Truppe gestenreich nach. Dies soll nicht einmal, sondern mehrmals passiert sein. Schaefer verkniff sich eine Konfrontation mit Finke, spielte den Vorfall später herunter.
Der Sportdirektor soll aber betont haben: „Ich möchte, dass die Fehler nicht in diesem Raum bleiben, sondern dass ihr sie versteht.“ Einige Profis werteten das als Zweifel an der Kompetenz des Trainers. Finke soll zudem dessen Auswechslungen im Derby nach EXPRESS-Informationen gegenüber Spielern kritisiert haben.
Zweifelt Finke etwa wirklich an Schaefers Tauglichkeit als Bundesliga-Trainer? Am Mittwoch hatte der 63-Jährige gesagt, dass dessen Glaube eine Ursache für dessen Zögern bei der Vertragsunterschrift wäre. Der wiederum verwies diese Theorie ins Reich der Fabel. Auch auffällig: Beim Fan-Abend fand Finke kaum ein positives Wort über Schaefer. In der Öffentlichkeit sagt er: „Ich helfe dem Trainer, wo es geht, die Mannschaft in der Spur zu halten. Und das ist nicht einfach, glauben Sie mir.“
In der Praxis sieht das aber so aus, dass er vor allem ein offenes Ohr gerade für die Klagen von Profis wie Petit oder Mohamad hat, die mit Schaefer mehr oder minder gebrochen haben. Dass er betont, die Vorbereitung für die neue Saison allein zu bestreiten, passt da ins Bild. „Ich habe da ja große Erfahrung. Wer auch immer im nächsten Jahr unser Trainer ist, es wird weitergehen.“
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