Empfehlen | Drucken | Kontakt21.01.2009 - 00:00 Uhr

Zurück aus dem Trainingslager: Ein Koffer voller Sorgen für Daum

Von ARNO SCHMITZ
FC-Coach Christoph Daum am Mittwoch bei der Rückkehr am Köln-Bonner Flughafen.
FC-Coach Christoph Daum am Mittwoch bei der Rückkehr am Köln-Bonner Flughafen.
Foto: Bopp

Köln - Der FC zurück in Köln. Am Mittwoch gegen neun purzelten im Flughafen die Koffer des Sun-Express-Fliegers aus Antalya vom Gepäckband - der von Chefcoach Christoph Daum ist nach dem zehntägigen Türkei-Trainingslager voller Sorgen.

Die Lage ist pikant: Da sind der Podolski-Transfer und Träume von einer besseren Zukunft.

Doch die beginnt schon in neun Tagen mit der Bundesliga-Rückrunde, wo Daum mit dem aktuellen Kader den Klassenerhalt sichern muss.

Neun Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze klingen beruhigend - doch der Verlauf des Trainingslagers und die Eindrücke, die Daums Spieler dabei hinterließen, sind eher furchteinflößend. Und zwar so sehr, dass Daum bereits öffentlich einen Fehlstart verkündete.

„Jeder bei uns weiß, wie wichtig die Rückrunde ist, aber ich bin mir nicht sicher, ob sich jeder darüber im klaren ist, wie schwierig sie wird“, unkte Daum zum Abschied aus Belek:

„Jeder muss bereit sein, mehr zu tun. Dieses Bewusstsein werden wir wahrscheinlich erst nach der ersten Bundesliga-Klatsche aufbauen.“

Wie bitte? Klatsche? „Es ist wahrscheinlich so, dass wir leider wieder durch diese schmerzhafte Erfahrung gehen müssen.“ Daum ruft den Fehlstart aus - alles nur Bluff oder meint er das ernst?

Baustellen gibt’s allemal genug. In der Abwehr fehlen Daum die besten Außenverteidiger. Links fällt Pierre Womé mit Sehnenanriss zehn Wochen aus, rechts ist Ümit Özat nach seiner Herzerkrankung noch nicht wieder im Training.

Daum über Marvin Matip, der wohl Womés Rolle einnehmen wird: „Defensiv ist er absolut zuverlässig. Wir müssen ihm jetzt helfen, sein Spiel nach vorne zu verbessern.“ Zudem ist gegen Wolfsburg mit Pedro Geromel Kölns bester Defensivspieler der Hinrunde gesperrt.

Im Mittelfeld kränkelte es schon in der Hinrunde im Spiel nach vorne. In Belek bot der FC nicht eine einzige überzeugende Testpartie, ließ Tempo, Laufbereitschaft und Inspiration vermissen. Zwar spielte sich Taner Yalcin in den Vordergrund, doch von dem 18-Jährigen sollte man noch keine Wunderdinge erwarten.

Im Sturm ist Novakovic zwar wieder fit, aber zum Start gesperrt. Ishiaku fehlt noch Spielpraxis, Radu ist keine ernsthafte Alternative.Insgesamt machte die FC-Truppe in Belek einen müden, teils fahrigen Eindruck, auch in den Trainingseinheiten.

Auch deshalb Daums Weckruf: „Jeder muss mehr tun.“ Hoffentlich hört ihn die Mannschaft und bringt den Klub nicht noch mal in unnötige Bedrängnis!

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