Empfehlen | Drucken | Kontakt01.12.2010 - 09:39 Uhr

FC-Strategie-Chef Horstmann : Wir suchen den Super-Manager

Von ALEXANDER HAUBRICHS
Claus Horstmann ist jetzt im Fokus.
Claus Horstmann ist jetzt im Fokus.
Foto: Eduard Bopp
Köln –  

Neustart beim 1. FC Köln: Claus Horstmann hat den Auftrag der Gremien, den FC neu aufzustellen. Ein neuer Sportdirektor soll gefunden werden, die Strukturen überprüft und ein neuer Geist am Geißbockheim wehen.

Das EXPRESS-Interview mit dem Kölner Chef-Strategen.

Claus Horstmann im EXPRESS-Interview

Herr Horstmann, Sie wurden vom Vorstand und Verwaltungsrat mit wichtigen Aufgaben betreut. Wie gehen Sie jetzt vor?

Priorität hat die Suche nach einem Sportdirektor. Das ist der erste Auftrag der Gremien. Wir haben ein Anforderungsprofil und den möglichen Ablauf erstellt. Die klare Kernaussage dabei ist: Qualität geht vor Zeit. Klar ist die Wunschvorstellung, dass der Neue in zwei Wochen hier ist. Aber wir wollen nicht einen möglichen Topkandidaten ausschließen, nur weil nicht genug Zeit bleibt.

Wie sieht das Anforderungsprofil für den neuen Sportdirektor aus?

Er soll für das gesamte sportliche Konzept stehen - also für Profiteam, Scouting, Sportslab und Nachwuchs. Nicht nur für die erste Mannschaft. Er kann Teil der Geschäftsführung sein oder auch darunter angesiedelt werden. Wenn er so viel Erfahrung und Qualität mitbringt, dass er in die Geschäftsführung gehört, dann ist das keineswegs ein Ausschlusskriterium. Es kann also das Modell Dortmund (Vorstand Watzke und Sportdirektor Michael Zorc, d. Red.) oder Wolfsburg (mit drei Geschäftsführern) sein.

Und wer plant die Winterverpflichtungen, wenn es länger dauert?

Wir sind im Bereich Scouting und Sportslab breit aufgestellt. Wenn wir auf die Situation jetzt nicht vorbereitet wären, hätten wir schlecht gearbeitet.

Die gesamten Strukturen sollen überprüft werden.

Das ist ein Thema, dass sich Vorstand und Verwaltungsrat auf die Fahnen geschrieben haben. Im operativen Bereich geht dieser Auftrag an mich und meinen Kollegen Leki.

Sind Sie auf die neue Aufgabe vorbereitet? Da wartet ein gerüttelt Maß Verantwortung und Arbeit auf Sie.

Ja, aber ich freue mich darauf, weil ich das Vertrauen aller Gremien spüre.

Es war sicher nicht Manager Meiers alleinige Schuld, dass oft so miese Stimmung herrschte. Wollen Sie trotzdem diesen Einschnitt nutzen, um einen neuen Geist am Geißbockheim wehen zu lassen?

Da sprechen Sie einen ganz wichtigen Punkt an. Das ist ein Thema, das wir alle gemeinsam angehen müssen. Es ist eine Aufgabe für alle, dass wir wieder für Werte und Glaubwürdigkeit stehen. Die Chance für einen Neuanfang ist da und muss nun auch genutzt werden.

Die Mannschaft soll sich über Meiers Entlassung echauffiert haben. Werden Sie mit den Spielern sprechen?

Die Teamführung obliegt in erster Linie Frank Schaefer. Aber ich werde mich da in Abstimmung mit ihm auch einbringen, wenn das nötig ist.

Was sagt eigentlich Ihre Frau? Es wartet sicher noch mehr Arbeit auf Sie?

Ich habe hier ein gutes Team um mich herum. Ich habe diesen Schritt mit meiner Familie abgestimmt. Ansonsten gilt: Alles für den Klub. Ich habe mich vor drei Jahren entschieden, mit voller Kraft für den FC da zu sein. Und das gilt nach wie vor.

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