Aus! Für Adil Chihi (24) ist die Hinrunde schon gelaufen. Doch als EXPRESS den FC-Profi am Dienstag am Rudolfplatz empfängt, kommt der verletzte Stürmer frohen Mutes die Rolltreppe hochgefahren: „Es muss aufwärtsgehen!“, sagt Adil und verspricht: „Ich bin schneller wieder da, als viele denken!“
Muskelbündelriss. Mindestens zwölf Wochen Pause. Doch den Deutsch-Marokkaner haut das nicht mehr um. „Das Gerede um meine Verletzungshistorie nervt nur noch“, erklärt er, „Ich hatte Glück im Unglück, ich verpasse nur drei Spiele. Man soll nicht nur das Negative, auch das Positive sehen. Ich denke, ich habe in der Hinrunde gezeigt, was ich kann. “
Vier Tore, zwei Vorlagen. Hinter Chihi liegt die effektivste Halbserie seiner Karriere. Nie kam er auf mehr Kilometer im Spiel (12,5 km), oder Torschüsse. Trainer Holger Stanislawski (43) kennt seinen Stellenwert, er baute den Außen nach der überraschenden Diagnose auf.
„Ich bin dankbar, dass er an mich gedacht hat. Er hat mir gestern Morgen direkt per SMS geschrieben, dass ihm die Verletzung unendlich leid tut“, sagt Chihi, „Das sagt viel über seinen Charakter aus. Ich werde ihm dieses Vertrauen in der Rückrunde zurückzahlen.“
Es gab noch mehr prominenten Zuspruch. „Am Sonntag war ich bei der 2. Charity-Sports-Night für Kinder. Da habe ich zufällig Christoph Daum getroffen. Er hat mir gesagt, dass ich in seinen Augen einer der besten Spieler der Liga bin. Und dass ich mit meinem Fleiß auf einem guten Weg bin. Er meinte: wenn einer auf dem Markt zwei Stunden lang Orangen verkauft und der andere sechs Stunden, siehst du, wer am Ende mehr verdient.“
Ruhe für den Oberschenkel, Physiotherapie - mehr ist aber erst mal für Chihi nicht drin. Auch beim FC-Trainingslager im Januar in der Türkei (8.-17.1.) wird er pausieren. In sechs Wochen soll die Sehne verheilt sein. Doch er träumt schon jetzt von schönen Momenten in der Rückrunde: „Wie bei Union Berlin, als die Fans meinen Namen riefen. Oder als wir in München mit dem Trainer gejubelt haben. Ich denke, das letzte Wort um den Aufstieg ist noch nicht gesprochen.“
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