Der Kontrast konnte größer nicht sein: Ein blauer Himmel, strahlende Frühlingssonne und viele gut gelaunte Zaungäste. Im Gegensatz dazu FC-Trainer Zvonimir Soldo, dessen Miene sich ob der gezeigten Trainingsleistung mit jeder Minute mehr verdüsterte.
Dabei hatte er seiner Mannschaft die übliche Hantel-Folter erspart und nach dem Aufwärmprogramm die Stammelf gegen eine bessere Amateur-Elf antreten lassen - mehr als ein Treffer von Sebastian Freis sprang in 60 Minuten nicht heraus.
„Wenn ich jetzt noch jemanden rausschmeiße, wen soll ich dann spielen lassen“, fragte Soldo rhetorisch in die Runde. Um dann aber im kleinen Kreis anzufügen: „Wenn hier so weitertrainiert wird, fliegt der ein oder andere aus dem Kader!“
Die Fans haben die Geduld mit der Mannschaft schon verloren. Und auch dem Coach droht der Faden zu reißen: „Ich weiß nicht, was das zu Hause ist. Vielleicht haben sie Angst? Meine Spieler machen sich kaputt, was wir uns mühsam erarbeitet haben. Die machen mich fertig.“ Nervlich - und wohl auch beruflich, denn seine Zukunft in Köln über den Sommer hinaus ist mehr als fraglich.
Der Trainer verzweifelt langsam an seinem Haufen Söldner, der auch am Dienstag wieder seine Grundprobleme offenbarte. Lauffaul und ohne Einstellung trabten die Spieler über den Rasen, im Angriff bewegte sich einzig Freis, während Milivoje Novakovic und Lukas Podolski das Zusammenspiel komplett eingestellt haben.
„Im Sturm gibt es sicher einiges zu optimieren“, gesteht Freis die fehlende Harmonie ein. „Das sind Dinge, die wir im Training uns erarbeiten müssen.“ Naja, nach Arbeit sah das nicht aus. Die Fans reagierten mit Sarkasmus. Als Miso Brecko einen Ball ins Aus trudeln ließ und wütend Richtung Wald drosch, ätzte eine Teenagerin: „Och, bist du wütend? Das tut mir aber leid...“
Die FC-Profis kümmert das kaum. Hauptsache, es geht schnell zum Mittagessen. Und so trabte dann der obercoole Maniche mit dicker Sonnenbrille davon. Keeper Faryd Mondragon, der sich von den Verhandlungen mit Duisburgs Tom Starke offenbar persönlich beleidigt fühlt und gegen Hertha die Arbeit einstellte, gab im neuen Jaguar Vollgas. Nachmittags nahm er sich dann ebenso wie Nova, Mohamad, Freis und Maniche eine Auszeit wegen Blessuren.
Doch den Zeitpunkt für Konsequenzen hat Soldo verpasst, als er noch Alternativen hatte. Jetzt ist er auf Gedeih und Verderb jenen Spielern ausgeliefert, die gegen Hertha versagten. Einzige Änderungen: Für Youssef Mohamad (Rotsperre) rückt Fabrice Ehret in die Viererkette, für Zoran Tosic (Gelb-Rot) kehrt Adam Matuschyk in Hoffenheim ins Team zurück.
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