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Slapstick-Show im Strafraum : War's das für die FC-Doppelspitze?

Da ärgert sich auch Stefan Maierhofer.
Da ärgert sich auch Stefan Maierhofer.
 Foto: Eduard Bopp
Hamburg –  

Holger Stanislawski litt auf seinem Stuhl sichtlich Höllenqualen. Er raufte sein Resthaar, er schlug die Hände vors Gesicht. Der Quark, den seine FC-Profis bei ihren hochkarätigen Konterchancen veranstalteten, ließ den Coach, die Fans im Gästeblock und die vielen Anhänger an den TV-Geräten bis zur Schlussminute leiden.

"Vielleicht machen sie das mit Absicht, um mich zu ärgern. Aber wenn sie so weitermachen, steh ich vielleicht irgendwann nicht mehr von dem Stuhl auf“, sagt Stani. „Ich würde mir mal so ein Brustlöser-Spiel wünschen, in dem wir früh den Sack zu machen. Aber weil wir unsere Chancen nicht machen, müssen wir bis zur letzten Minute viel investieren – und laufen immer Gefahr, bestraft zu werden.“

Es war eine Slapstick-Show, wie die FC-Profis mit ihren Gelegenheiten umgingen. Allein Stefan Maierhofer hatte Gelegenheiten für drei Spiele. Mal schoss er bei Überzahl meterhoch übers Tor, dann schoss er allein vor Philipp Tschauner den Pauli-Keeper an. „Wenn das hier 1:1 ausgeht, ist mein Gesicht noch länger, als es eh schon ist“, war sich Maierhofer der verpassten Gelegenheiten bewusst. „Ich hoffe, sie gehen in den wichtigen Spielen rein. Heute hat es ja gereicht.“

Vize Toni Schumacher ließ denn auch Milde mit der Ösi-Latte walten: „Maierhofer hat sehr viel versucht. Leider hat er die Chancen, die er sich erarbeitet hat, nicht genutzt. Das muss besser werden, aber das weiß er selbst am besten.“

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Trotzdem war es unerklärlich, warum der FC die Nerven verlor und sich auf einen vogelwilden Schlagabtausch mit den Paulianern einließ. Matthias Lehmann: „Es war die Hektik pur, wir haben uns anstecken lassen, man hat nicht gemerkt, dass wir einen Mann mehr waren. Wir haben die Konter nicht gut zu Ende gespielt. Wir hätten das Spiel viel früher entscheiden müssen. Wir hatten vier, fünf, sechs Konterchancen. Aber das war alles zu hastig, zu schnell, das war nicht gut.“

Bei den vergebenen Chancen fällt Holger Stanislawski  fast vom Stuhl.
Bei den vergebenen Chancen fällt Holger Stanislawski fast vom Stuhl.
 Foto: Eduard Bopp

Auch Stanis Auswechslungen änderten an dem Charakter des Spiels nicht. Und so wurde es trotz Überzahl und früher Führung ein Krimi bis zur dritten Minute der Nachspielzeit, als Schiri Manuel Gräfe endlich ein Einsehen hatte und die Partie abpfiff.

„Mir war klar: Wenn wir hier den Ausgleich kriegen – bei dieser Stimmung – bei diesem Verlauf, dann kippt das, und wir verlieren“, erzählt Stani von den Leiden auf dem Trainerstuhl. „Klar ist: Wenn wir da oben angreifen wollen, dann müssen wir lernen, unsere Chancen zu nutzen. Sonst wird es schwer...“

War's das für die Doppelspitze?

Lange hatte Holger Stanislawski vor dem Spiel getüftelt, am Ende setzte er an alter Wirkungsstätte auf die Doppelspitze mit 2,02-Meter-Riese Stefan Maierhofer (30) neben Anthony Ujah (22).

Ist das Experiment trotz des Sieges schon gescheitert? „Nein, es bleibt eine Option. Wir hatten uns vor der Partie entschieden, dass wir mit Zielspielern in der Box arbeiten wollen. Das hat auch ganz gut geklappt – bis auf die Chancenverwertung“, sagt Trainer Holger Stanislawski. „Aber wir haben gewonnen, beide haben viel investiert, und auch sie haben ihren Anteil am Sieg.“

Trotzdem scheint es unwahrscheinlich, dass gegen Union Berlin erneut beide Stürmer auf dem Feld stehen. Zumal Ujah angeschlagen rausmusste und auch gestern beim Ausradeln noch humpelte. Einem Einsatz steht aber wohl nichts im Weg...

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