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Situationsbeschreibung : Im Interview: Klartext Wehrle

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FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle.
FC-Geschäftsführer Alexander Wehrle.
 Foto: Herbert Bucco
Köln –  

Der Kampf gegen die Liquiditätslücke: Der neue Geschäftsführer Alexander Wehrle kämpft derzeit fieberhaft mit Präsident Werner Spinner, um den FC zukunftsfähig aufzustellen.

EXPRESS berichtete exklusiv über die Pläne zur Rettung. Es geht um Immobilienverkäufe – wie etwa Sportinternat oder auch das Geißbockheim. Jetzt spricht der neue FC-Chef über die Situation. Was ein Aufstieg bringen würde. Und warum Trainer Holger Stanislawski ein Glücksgriff ist.

Herr Wehrle, wir haben gestern über die finanziellen Probleme des FC – und die Lösungsansätze berichtet. Wie steht es um den 1. FC Köln?

Wir stehen sicher vor einigen Herausforderungen, auch kurzfristigen. Einerseits haben wir in dieser Saison eine Unterdeckung des Etats, die wir schließen müssen. Dann geht es darum, auch nächste Saison handlungsfähig zu sein. Schließlich wollen wir eine wettbewerbsfähige Mannschaft, die – falls wir es in diesem Jahr nicht schaffen – spätestens im nächsten Jahr um den Aufstieg mitspielen kann. Dabei dürfen wir nicht nur vom bestmöglichen Fall ausgehen, sondern alle Varianten einkalkulieren.

Ist die Lizenz in Gefahr?

Nein, in keinem Fall. Antragssteller ist die KgaA des 1. FC Köln, die hat aufgrund der Anleihe kein Liquiditätsproblem.

Trotzdem braucht der FC Geld. Wie wollen Sie die Probleme lösen?

Klar ist: Eine Lücke in dieser Größenordnung schließt man nicht von heute auf morgen. Wir hatten 12 verschiedene Varianten erarbeitet und die Liste dann reduziert, um einen Maßnahmenplan zu erarbeiten.

EXPRESS hatte ja darüber berichtet: Man will über Immobilienverkäufe und eine Modifizierung der Stadionpacht die nötigen Millionen aufbringen.

Das sind in der Tat zwei Optionen, die wir auf der Agenda haben.

Nun fragt man sich: Welche Immobilien hat der 1. FC Köln. Da fallen einem nur das Sportinternat, das Geißbockheim und das anliegende Verwaltungsgebäude ein...

Solange hier noch nichts spruchreif ist, werden wir darüber sicher nicht spekulieren. Zudem müssen wir in der Pachtfrage mit der Stadt eine Lösung finden, mit der alle Parteien leben können. Das heißt: Entlastung für den FC, aber keine Mehraufwendungen für die Kommune. Insgesamt geht es darum, die nächsten beiden Jahre zu überstehen und die Rückkehr in die Bundesliga zu schaffen. Und all das machen wir, ohne unsere Ausrichtung zu verlassen.

Ausrichtung heißt?

Perspektivspieler ausbilden, eine Basis aus dem eigenen Nachwuchs bilden, punktuell Stammspieler dazuholen. Ich hatte überragende Gespräche mit Fanklubs, dem Fan-Projekt und auch den Ultras. Unsere Fans stehen voll und ganz hinter dem Projekt.

Wie viel leichter würde es der Aufstieg machen?

Viel leichter. Wir sprechen da direkt über Mehreinnahmen von rund 20 Millionen Euro. Mindestens 7 Millionen Euro bei den TV-Geldern. Dazu kommen Sponsoren- und Zuschauer-Einnahmen.

Könnte es sich der FC nicht einfach machen und sagen: Ich hole mir einen Scheich mit Geld. Gerüchten zufolge soll kürzlich ein Millionen-Angebot abgelehnt worden sein...

Grundsätzlich gilt: Anhören muss man sich alles. Aber konkrete Gespräche gab es nicht. Wir wollen auf jeden Fall unsere Eigenständigkeit behalten, deshalb ist das sicher derzeit keine denkbare Lösung. Es gibt ja auch die 50+1-Regelung, die es Investoren hier in Deutschland erschwert, zudem müssen die Mitglieder bei allem, was über eine Beteiligung von 25 Prozent hinausgeht, zustimmen. Man muss immer abwägen: Geht es um Know-How-Transfer? Oder um Einflussnahme? Es gibt dazu derzeit Beispiele in der Liga, die zeigen, wie man es nicht machen sollte.

Wirkt sich die Aufbruchstimmung in der Stadt auch auf die Sponsorensuche aus?

Auf jeden Fall, das steckt die Leute an. Auch wie sich die Mannschaft nach außen gibt – etwa beim Treffen mit Business Partnern – ist absolut positiv. Zudem haben wir einen Trainer, der unser Projekt mit Leib und Seele mitlebt. Das merken auch die Sponsoren. Holger Stanislawski ist wirklich ein Glücksfall für den 1. FC Köln.

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