Drei Spieltage vor Saisonende hat Frank Schaefer seinen sofortigen Rücktritt beim abstiegsbedrohten 1. FC Köln erklärt.
Vor dem Training und vor versammelter Mannschaft gab er am Mittwochmorgen seine Entscheidung bekannt.
Der 47 Jahre alte Trainer zog damit die Konsequenz aus den zuletzt schwachen Spielen seiner Mannschaft. „Ich bin zu der Erkenntnis gelangt, dass ich der Mannschaft im Moment nicht mehr so weiterhelfen kann, wie ich es für nötig erachte, und habe mich deswegen zu diesem Schritt entschieden“, sagte Schaefer am Mittwoch, nachdem er seinen Spielern die Entscheidung mitgeteilt hatte.
Der Rücktritt trifft die Kölner zur denkbar ungünstigsten Zeit. Nachdem der Klub schon auf dem Weg zum Klassenerhalt schien, stürzte der FC zuletzt wieder in die Abstiegszone ab. Drei Niederlagen hintereinander, darunter ein 1:5 beim Rivalen Borussia Mönchengladbach, mussten die Kölner hinnehmen - dazu 18 Gegentore in den vergangenen fünf Spielen.
Angetreten war Schaefer Ende Oktober als Retter. Am 10. Spieltag hatte er den damaligen Tabellenletzten von Zvonimir Soldo übernommen. Gleich im ersten Spiel, beim 3:2-Sieg gegen den Hamburger SV, hatte er die Kölner von den Abstiegsplätzen geführt. Es folgte eine beeindruckende Serie. Sieben Heimsiege hintereinander gelangen ihm. Er schweißte die Gruppe aus Egoisten und Individualisten zu einer Mannschaft. Das Zwischenergebnis: Platz 11 und fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze.
Es folgte ein sportlicher Einbruch, für den Schaefer offenbar keine Erklärungen fand. Vor einer Woche dann kündigte Schaefer an, er werde nach der Saison zurücktreten und ins zweite Glied zurückkehren. Zuletzt hatte Manager Volker Finke, der jetzt bis zum Saison auf die Trainerbank zurückkehrt, angedeutet, Schaefers tiefe Religiosität sei ein Grund, warum der Coach aufhören wolle. Schaefer hatte diesen Hintergrund aber bestritten.
Schaefer und Finke wird kein gutes Verhältnis zueinander nachgesagt. Hier hatte der scheidende Trainer jedoch stets Contenance bewahrt und es vermieden, Finke anzugreifen. Auch nach seinem Rücktritt stellte er noch einmal klar, dass „ich meine Entscheidung unabhängig von medial dargestellten Spannungen zwischen mir und Volker Finke getroffen habe. Im Gegenteil: Ich bin froh, dass Volker Finke die Mannschaft kurzfristig in dieser schwierigen Phase übernimmt.“
Nun soll Finke das Desaster verhindern und wird vorübergehend das Training übernehmen.
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