Köln - Das süße Gefühl des Derby-Siegs. Schon lange warten die FC-Fans auf einen Triumph über den rechtsrheinischen Rivalen. Fast zwölf Jahre ist es her, dass Köln jubelte. Und Bayer weinte. Nach dem 0:4 in Müngersdorf musste die Werkself mit Manager Reiner Calmund an der Spitze alle Meisterträume begraben. Der Beginn der endlosen und bis heute erfolglosen Leverkusener Jagd nach der Schale.
Toni Polster hieß damals der Derby-Held, der den Bayern den Titel bescherte und Leverkusens damaligem Coach Christoph Daum mit seinen drei Treffern ins Jammertal schickte. „Es war ein traumhafter Frühsommertag. Wir hatten nichts mehr zu verlieren, Leverkusen konnte noch alles gewinnen. Doch dann machte Keeper Dirk Heinen gleich einen Fehler, ich hab den Elfmeter reingehauen - und ab da lief es“, erinnert sich FC-Legende Polster an jenen 24. Mai 1997.
Doch bis heute war es der letzte Triumph über Bayer. „Leverkusen hat im vergangenen Jahrzehnt tolle Mannschaften gehabt, immer gute Legionäre verpflichtet. Der FC dagegen wurde zur Fahrstuhlmannschaft. Da ist es klar, dass Bayer öfter die Nase vorn hatte“, sagt Polster.Doch nun, mit Christoph Daum zurück in Köln, glaubt Polster an eine Siegchance. „Diesmal bricht der Derby-Fluch. Mit dem Nervenkostüm der jungen Mannschaft von Bruno Labbadia ist es nicht weit her, sie sind doch noch sehr unerfahren. Die Kölner dagegen haben in Cottbus Selbstvertrauen getankt.“
Doch Polster warnt vor einer allzu defensiven Herangehensweise. „Da musst du gegen Bayer aufpassen. Zu Hause solltest du im richtigen Moment die Initiative ergreifen. Da ist Angriff oft die beste Verteidigung.“
Zumal der FC mit Milivoje Novakovic einen Riesentrumpf hat. „Seine Eiseskälte vor dem Tor ist unglaublich. Bayer hat mit Patrick Helmes und Stefan Kießling zwar auch zwei Topstürmer in den Reihen. Aber sie haben nicht die Form. Nova kann das Derby entscheiden. So wie ich vor zwölf Jahren.“
Die drei von der Baustelle
Der FC im Wandel: Mit dem neuen Führungstrio bestehend aus Holger Stansilawski, Jörg Jakobs und Frank Schaefer soll in Köln wieder ehrlicher Fußball gespielt werden. Das Trio steht damit aber vor einer echten Mammut-Aufgabe.
FC kämpft um seine Klein-Sponsoren
EXPRESS erfuhr: Die Zahl der Business Partner und VIP-Sitze wird in der neuen Saison sinken. „Wir haben eine leicht überdurchschnittliche Zahl an Kündigungen“, bestätigt Marketing-Leiter Joachim Lange.
Dieses Trio verkörpert das neue FC-Gesicht
„Es ist ein hochemotionaler Club. Ich male mir aus, was im Stadion und in der Stadt los ist, wenn man dauerhaft Erfolg hat“, sagte Jörg Jakobs bei seiner Vorstellung.