Verstärkte Polizeipräsenz beim rheinischen Derby: Das für Freitagabend angesetzte Bundesliga-Spiel zwischen Köln und Mönchengladbach macht den Ordnungskräften große Sorgen.
„Wasserwerfer möchte ich beim Fußball nicht sehen. Wir tun alles dafür, nicht zusätzliches Öl ins Feuer zu gießen“, sagte Gladbach-Coach Michael Frontzeck. „Wir müssen an unsere Fürsorgepflicht denken. Irgendwann muss man mal eine Grenze ziehen. Irgendwann ist Schluss. Es ist ein Spiel.“
Mit verstärkten Einsatzkräften will man allzu große Randale verhindern. „Es werden Problemfans anreisen. Aber Otto Normalverbraucher hat nichts zu befürchten. Der Vater mit seinem achtjährigen Sohnemann kann unbesorgt das Stadion erreichen und wieder verlassen“, sagte ein Polizeisprecher.
Doch nach den immer gewalttätigeren Vorfällen - mit dem Höhepunkt der Ausschreitungen der Hertha-Chaoten in Berlin - kommt die Liga zunehmend unter Druck. Rainer Wendt, Chef der Polizeigewerkschaft forderte „Geisterspiele und personengebundene Eintrittskarten plus Videoüberwachung. Wir müssen alles überdenken.“
Helmut Spahn, der Sicherheitsbeauftragte des DFB, macht deutlich: „Wir müssen überprüfen, ob wir die Privilegien für die Fans aufrecht erhalten können.“ Vor allem die Stehplatzkurven könnten wegfallen. Spahn schloss nicht aus, dass „Maßnahmen getroffen werden müssen, die die Rechte der friedlichen Fans beschränken können.“ So droht ein generelles Reiseverbot für Auswärts-Anhänger.
Dem 1. FC Köln droht ja ohnehin Ungemach wegen der Vorfälle in Leverkusen. Ein Geisterspiel steht im Raum. „Am kommenden Montag ist mündliche Verhandlung. Das Strafmaß hängt von deren Verlauf ab“, sagt DFB-Chefankläger Anton Nachreiner.
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