Stille. Schweigen. Die Sonne schien durchs Fenster, als Kölns Lichtgestalt sich zurückzog. Nach dem Vormittagstraining versammelte FC-Trainer Frank Schaefer (47) seine Truppe in der Kabine. Und teilte Ihnen mit: „Männer, am Saisonende höre ich auf.“
Der Mann, der Köln seine Fußball-Seele wiedergab, beendete die wochenlangen Spekulationen über seine Zukunft. Gefasst teilte er seinen Spielern die Entscheidung um 11.45 Uhr mit. Zuvor hatte er nur den Mannschaftsrat in Kenntnis gesetzt.
„Es ist viel auf mich eingeprasselt“, erklärte er. Authentisch. Offen. So wie er immer mit ihnen umgegangen war, seit er nach dem Rauswurf von Erfolglos-Vorgänger Zvonimir Soldo am 24. Oktober das Amt angetreten hatte.
„In den letzten Wochen wurde das, was wir gemeinsam erreicht haben, beiseitegedrängt, vieles zu negativ gesehen“, versuchte Schaefer auch im Moment des Abschieds das Positive hervorzuheben, „wir haben hier mit fünf Punkten zusammen angefangen. Jetzt haben wir alles selbst in der Hand. Das ist ein Erfolg.“
Anschließend sprach Sportdirektor Volker Finke. Dann Geschäftsführer Claus Horstmann. „Danke, Sie haben sensationelle Arbeit geleistet“, sagte der Finanzmann, der bei der Abstimmung zur Inthronisierung Schaefers nach unseren Informationen einst mit „Nein“ votiert hatte. Nach zwanzig Minuten war die Messe gelesen.
Was aus Schaefer und Co-Trainer Dirk Lottner („Ich will weitermachen“) nach Saisonende wird, bleibt offen. Der Kölsche wird wohl zu „seiner“ U23 zurückkehren.
Schaefers Rücktritt nach nur 177 Tagen: es ist auch eine Entscheidung für seine Familie. „Die Art und Weise, wie ich diesen Job lebe und verstehe, hat auch Einfluss auf meinen privaten Bereich“, erörterte er dann auf der kurzfristig einberufenen Pressekonferenz, zu der auch Präsident Wolfgang Overath gekommen war.
Es waren schwere Minuten für Schaefer. Er warb bei den Fans für Verständnis. Er hinterlässt sie enttäuscht wie auch die meisten Spieler, die lieber mit ihm die nächsten Jahre zusammengearbeitet hätten.
Kapitän Lukas Podolski, der sich immer für Schaefer starkgemacht hatte, sagte: „Ich finde es sehr schade, da Frank Schaefer ein Trainer mit hoher Identifikation ist und wir mit ihm auf einem guten Weg sind. Man muss seine Entscheidung akzeptieren und respektieren, da er mit Sicherheit seine Gründe dafür hat. Ich denke, es hat sehr gut gepasst.“
Dass Schaefers Autorität unter dem Rückzieher – wie etwa bei Ex-Bayern-Coach Louis van Gaal – leidet, davon will Podolski nichts wissen. Im Gegenteil: „Jetzt müssen wir ihm den Klassenerhalt zum Geschenk machen. Das sind wir als Mannschaft ihm schuldig.“ Ein Versprechen als Verpflichtung.
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