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Neuanfang beim FC: Adil Chihi startet durch

Adil Chihi hofft diesmal auf eine verletzungsfreie Saison.
Adil Chihi hofft diesmal auf eine verletzungsfreie Saison.
 Foto: Eduard Bopp
Köln –  

Er ist erst 24, gehört aber irgendwie schon zum Inventar: Im August 2006, mit 18, schoss Adil Chihi gegen Burghausen sein erstes Tor als FC-Profi.

Nach Lukas Podolski, der gerade zu den Bayern gewechselt war, hatte Köln wieder ein Super-Talent.

Doch der ganz große Wurf blieb ihm bislang verwehrt, nicht zuletzt wegen einer bitteren Verletzungsseuche: Syndesmose, Achillessehne, Kreuzband - was im Körper eines Fußballers reißen kann, war bei Chihi schon gerissen.

Jetzt der „Neustart“ unter Holger Stanislawski. Aber da sind auch Gerüchte um eine Ausstiegsklausel (1,5 Millionen € Ablöse) und Chihis möglichen Abgang. Das EXPRESS-Interview.

Sehen wir Sie zum Saisonstart im FC-Trikot?

Chihi: Ja, klar. Ich will jetzt mit dem FC durchstarten. Es ist für mich ein Neuanfang. Aber mein Anspruch ist immer, oben mitzuspielen. Ich denke, wir haben die Mannschaft dafür, mit vielen jungen Spielern und ein paar erfahrenen. Eine Aufstiegs-Garantie gibt es natürlich nicht, wir müssen uns auch gar nicht unter Druck setzen.

Hält das Knie?

Ab und zu zwickt es noch, aber das ist ganz normal. Ich fühle mich fit. Ich habe endlich wieder Muskelkater, das ist ein gutes Gefühl, wenn du spürst, dass da ein Muskel ist (lacht).

Waren Sie bei all Ihren Verletzungen mal an einem Punkt, wo sie aufgeben wollten?

Nein, nie. Aufgeben gibt es nicht bei mir. Ich bin Moslem, respektiere jede andere Religion, aber meine Religion hat mir Halt gegeben. Und natürlich meine Familie. Aber in den schwierigen Tagen lernst du, dass du nie abheben darfst. Du muss dir alles verdienen. Und du musst jeden gesunden Tag genießen.

Wie ist Ihr Eindruck von Holger Stanislawski?

Er ist ein Kumpel-Typ, den aber jeder respektiert. Wir verstehen uns alle gut, flachsen auch mal außerhalb des Platzes, aber jeder weiß, was er zu tun hat.

Entwickelt sich jetzt der Teamgeist, der letzte Saison gefehlt hat?

Zur letzten Saison kann ich mich schwer äußern. Zu Beginn war unser Punkteschnitt okay und noch alles in Ordnung. Dann war ich wegen der Verletzung in der Reha und kaum bei der Mannschaft. Aber jetzt haben wir eine Truppe mit vielen jungen Spielern, die sind heiß und bissig, wir werden mit diesem Team viel Freude haben.

Sie kommen als dienstältester Spieler als Kapitän infrage, haben die Binde im Testspiel schon getragen.

Ganz ehrlich gesagt ist mir das egal. Ich will keine Reden schwingen, sondern durch Leistung auf dem Platz überzeugen. Ich brauche keine Binde, um Verantwortung zu übernehmen.

Wer könnte Kapitän werden?

Es gibt viele Spieler, die infrage kommen, da hat jeder Einzelne seine Stärken. aber das ist nicht mein Thema, da muss der Trainer das richtige Näschen haben. Außerdem muss jeder Spieler Verantwortung übernehmen.

Ist es für Sie von Bedeutung, dass Frank Schaefer nun eine tragende Rolle in der sportlichen Führung spielt? Er hat Sie als Trainer 2010/11 zu den Amateuren verbannt.

Das ist abgehakt, ich blicke nur nach vorne. Es war eine lehrreiche Zeit, und ich respektiere ihn, wie er auch mich respektiert.

Ihr größter Förderer und Fürsprecher war Ex-Präsident Wolfgang Overath. Fehlt er Ihnen?

Wir haben immer noch guten Kontakt, ich kann ihn jederzeit anrufen. Ich werde nicht vergessen, was er für mich getan hat. Aber jetzt haben wir auch mit Herrn Spinner, Ritterbach und Schumacher einen super Vorstand - die wären auch länger als 24 Stunden am Tag für den Klub da, wenn es möglich wäre.

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