Hamburg - Dieser Kerl treibt einen einfach nur zum Wahnsinn! Pierre Womé: nach vorne stets hui, und nach hinten - wie immer pfui!
Unfassbar, was für einen Bock sich der technisch so brillante und WM-erfahrene Kameruner Sonntag mal wieder leistete!
Zwanzig Minuten war der HSV ohne Torschuss und auch nur den Ansatz einer Chance, da machte der kölsche Hallodri seinem Ruf wieder alle Ehre.
Völlig unnötig schlug Womé im eigenen Strafraum einen Haken, legte sich die Kugel auf den schwächeren rechten Fuß, verlor sie und sah dem Unheil nur noch hinterher: Paolo Guerrero traf nach zweifelhaftem Zweikampfsieg über Pedro Geromel zum vorentscheiden 1:0, das den FC komplett aus der Bahn warf - und die Kölner Bosse auf der Tribüne zur Weißglut brachte.
„Das darf einem so erfahrenen Spieler nicht passieren“, polterte Manager Michael Meier nachher und gab dem launischen Abwehrstar so richtig einen mit, „da bringt uns Womé in Schwulitäten, die nicht notwendig sind! Das 0:1 hat dem HSV in die Karten gespielt. Es fiel aus dem Nichts.“
Starker Tobak! Sonst hatte Meier den Exzentriker („Pierre ist ein wunderbarer Fußballer“) stets in Schutz genommen. Selbst nach dessen Eigentor per Hinterkopf zum 1:2 gegen Wolfsburg, das den FC auf die Verliererstraße gebracht hatte.
Womé selbst realisierte schnell, was sein Fehler ausgelöst hatte: Er warf sich wirklich ins Zeug, legte sich mit Schiri Brych an und versuchte sich immer wieder ins Offensivspiel einzubringen. Heraus kam dabei jedoch nichts.
Und so bleibt die linke Abwehrseite trotz des Vorschusslorbeers aus der Vorbereitung eine Problem-Position im dünn besetzten Kölner Kader. Denn die von Meier angesprochenen „Schwulitäten“ gab es schon letzte Saison zuhauf.
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