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Mini-Bilanz: Schmadtke: „Mit Halfar sind wir noch spielstärker!“

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Zeigt sich gut gelaunt im neuen Job: Jörg Schmadtke
Zeigt sich gut gelaunt im neuen Job: Jörg Schmadtke
Foto: Eduard Bopp
Windischgarsten –  

Am Mittwoch kehrt der FC-Tross nach Köln zurück. Im EXPRESS-Interview zieht der neue Sportchef Jörg Schmadtke seine erste Mini-Bilanz.


Herr Schmadtke, Sie wollten sich im Trainingslager einen Überblick verschaffen. Welche Eindrücke haben Sie gewonnen?

Schmadtke: Erstmal gefällt mir die Arbeitsweise und Arbeitskultur - die vom Trainerteam geprägt ist. Die Mannschaft ist konzentriert, ohne dabei verkrampft zu wirken oder den Spaß zu verlieren. Wir haben eine junge Mannschaft, in der Entwicklungspotenziale stecken. Ich denke, bei dem einen oder anderen wird es eine positive Überraschung geben. Mit der Verpflichtung von Tony Ujah haben wir Druck aus der Gruppe genommen. Wir werden aber trotzdem einen weiteren Offensivspieler dazunehmen.

Daniel Halfar?

Wir haben mit dem Spieler und 1860 München eine mündliche Einigung erzielt und wollen das am Wochenende schriftlich fixieren. Und dadurch bin ich relativ ruhig und freue mich auf den Saisonstart.

Wie überzeugt man einen Spieler wie Halfar, der auch aus Braunschweig ein Erstliga-Angebot hat, zum FC in die 2.Liga zu kommen?

Schmadtke schmunzelt: Das liegt an meinen blauen Augen. Sie sind sehr überzeugend.
Was bringt Halfar?

Wir brauchen noch einen spielstarken Mann, der durch Passspiel, Ballsicherheit und Ruhe die anderen einsetzt. Mit Daniel Halfar haben wir mehr Möglichkeiten.

Auch um einen Konkurrenten direkt zu schwächen?

Schmadtke lacht: Das würde ich nie öffentlich bestätigen.

Sie genießen in Deutschland einen guten Ruf. Wenn Sie jetzt mit Beratern oder Kollegen als FC-Verantwortlicher reden -kriegen Sie dann Sprüche zu hören nach dem Motto: Du Absteiger?

Nein! Bis jetzt bin ich rundherum beglückwünscht worden. Zum einen, weil ich so schnell in den Job zurückgefunden habe. Zum anderen wegen der Herausforderung 1. FC Köln. Viele sagen: die Chemie zwischen Jörg Schmadtke und dem FC könnte passen.

Mussten Sie den Peter Stöger beruhigen? Es hieß immer, in Hannover sei Ihr Verhältnis zum Trainer nicht das beste gewesen.

Ich habe mich bei ihm vorgestellt und ihm gesagt, wie ich bestimmte Dinge sehe. Das war für ihn völlig normal. Ich habe nie einem Trainer in dessen Bereich reingeredet. Aber ich habe immer angeboten: Wenn du einen Austausch willst über Deine Mannschaft, kann ich die Dinge, die ich sehe, mitteilen. Verantwortlich bleibst Du. Das ist klar abgesteckt, das wird keine Probleme geben. Und zu Mirko Slomka sage ich: Wir wären kaum drei Jahre so erfolgreich gewesen, wenn wir beide gegeneinander gearbeitet hätten.

Sind Sie schon jetzt DER starke Mann im Klub?

Ich bin ein Baustein im Gesamtgefüge FC und einer, der entscheidet, aber nicht der einzige. Ich glaube, die Dinge sind nur dann erfolgreich zu bewältigen, wenn die Teamfähigkeit gegeben ist. Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Wenn die Dinge gut laufen und das Wetter gut ist, sollen andere sich ausleben und im Vordergrund stehen. Ich sehe meine Aufgabe so: wenn es regnet, schiebe ich mich gern davor und habe das Heft des Handelns in der Hand.

Hier in Windischgarsten sieht man Sie locker und entspannt mit Kappe und Trainingsjacke durch den Ort spazieren. Wollen Sie ein Boss zum Anfassen für die Fans sein?

Ich bin keiner, der sich anbiedert oder verstellt. Wenn ich angesprochen werde, bleibe ich für ein Gespräch stehen. Ich bin ein ganz normaler Typ. Ich denke, dass die Dinge nur gemeinschaftlich funktionieren. Da gehören auch die Fans zu!

Wie sehr leiden Sie noch mit Alemannia Aachen?

Ich verfolge das ganz am Rande. Aber natürlich: Es war meine erste Station. Da sind Dinge entwickelt worden, die es vorher nicht gab. Eine Scouting-, eine Sportabteilung. Natürlich finde ich es schade, wie es weitergegangen ist.

Auch Duisburg ist untergegangen. Was antworten Sie denen, die Angst um Traditionsklubs haben - wie auch den FC?

Traditionsvereine sind immer dann gefährdet, wenn sie einzig und allein ihre Stärke aus der Tradition ziehen. Auch ein Traditionsverein muss vernünftig wirtschaften und Entscheidungen treffen mit Sinn und Verstand.

Tragen Sie keine Brille mehr?

Nein. Ich habe meine Augen vor zwei Jahren lasern lassen. Bei Regenwetter ging es mir auf die Nerven, dass immer alles beschlagen war.

Würden Sie wie Jürgen Klopp eine Haartransplantation vornehmen?

Das käme bei mir nicht in Frage. Da wäre soviel nachzujustieren, dass es keinen Sinn macht. Der Zug ist abgefahren, eindeutig.

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