Empfehlen | Drucken | Kontakt26.11.2009 - 22:03 Uhr

Einstiger Meistertrainer: Lattek: „Man muss klare Grenzen setzen“

Von THOMAS GASSMANN
Meistertrainer und scharfer Kritiker: Udo Lattek
Meistertrainer und scharfer Kritiker: Udo Lattek
Foto: Bongarts/Getty Images
Köln –  

Messerscharfe Analysen. Knallharte Argumente. Gestatten: Udo Lattek (74). Deutschlands erfolgreichster Klubtrainer (14 Titel).

Er lebt in Köln. Er kennt den FC. Er weiß, was sich im Innenleben der Mannschaft abspielt. Und nennt die Probleme beim Namen.

„Der FC ist keine Mannschaft. Und das ist das Schlimmste, was einem Klub passieren kann“, fasst der einstige Meistertrainer das Kölner Desaster zusammen. Und es geht munter weiter in der Generalkritik.

„Es gibt Spieler, die tanzen dem Trainer auf der Nase herum. Man muss denen jetzt klare Grenzen setzen und sagen: Für das Geld, das du beim FC verdienst, hast du gefälligst um dein Leben zu rennen.“

Dass FC-Boss Wolfgang Overath („Ich schätze ihn sehr. Wolfgang blutet das Herz“) bereits zweimal mit einer Brandrede die Mannschaft aufrütteln musste, hätte Lattek in seiner aktiven Zeit als Trainer nie erlaubt. „Ich habe den Präsidenten des FC Barcelona nur dann in die Kabine geholt, damit er der Mannschaft eine höhere Siegprämie zahlt.“

Wie kriegt es Soldo wieder hin, Herr Lattek? Der will sein Erfolgsgeheimnis nicht verraten. Nur soviel: „Als ich mit Matthias Sammer Borussia Dortmund übernahm, war die Mannschaft ebenfalls sehr schwierig. Ich habe eine halbe Stunde geredet. Dann haben sie gespurt.“

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