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Kult-Kellner Wilfried Barmann: „Ich schmuggelte Cola und Zigaretten für die Profis“

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Stets adrett gekleidet und immer freundlich: Wilfried Barmann.
Stets adrett gekleidet und immer freundlich: Wilfried Barmann.
Foto: Herbert Bucco
Köln –  

Das legendäre Geißbockheim-Restaurant. Wohl jeder FC-Fan war irgendwann schon einmal dort. Wilfried Barmann (62) hat sie alle gesehen. Der Kult-Kellner des FC feiert am Montag sein 25-jähriges Dienstjubiläum.

Die Helden, die heute auf den Schwarz-Weiß-Fotos in den Sälen hängen - Wilfried hat sie bedient. Fünfmal die Woche, acht Stunden täglich. Seit 25 Jahren. Immer schlank, adrett und mit Schnauzbart - bis er diesen im Winter 2012 abrasierte. Von Kindesbeinen an war ich FC-Fan“, sagt die beliebte Frohnatur, „natürlich ist am 1. Juli 1988 ein Traum wahr geworden.“

Damals war der FC noch deutschlandweit Spitze. Auf Augenhöhe mit den Bayern. Gespickt mit Stars, die zwei Jahre später in Italien Weltmeister wurden. Im EXPRESS schildert der Ehemann und zweifache Familienvater (ein Enkelkind) die schönsten Anekdoten seiner FC-Historie „am Geißbock“. Der FC einmal anders.

Ich war Zigaretten-Schmuggler: „Mit dem Pierre Littbarski kam ich super zurecht. Ich half ihm gerne. Weil Trainer Daum Cola trinken verboten hatte, bat mich Litti, ihm heimlich die Brause in die Kaffeekanne zu kippen. Gesagt, getan. Dem Stephan Engels hab ich immer Zigaretten in die Trainingstasche geschmuggelt.“

Wenn Lukas Podolski kam, wusste Wilfried Barmann: „Einmal wie immer“
Wenn Lukas Podolski kam, wusste Wilfried Barmann: „Einmal wie immer“
Foto: privat

Als mir mit Zechpreller Jerat der Kragen platzte: „Der Wolfgang Jerat saß hier immer und wollte nie bezahlen. Weil er der Trainer war. Irgendwann wurde es mir zu bunt: Ich brachte ihm sein Schnitzel und sagte: Entweder zahlen Sie das Essen oder es gibt nix. Die Gäste guckten mich böse an - aber ab da bezahlte Jerat immer.“

Meine bierseligen Nächte mit Ewald und Huub: „Die schönsten Nächte im Restaurant erlebte ich bei den Aufstiegen mit Ewald Lienen und Huub Stevens. Der Morgen ging auf, es war 7 Uhr - wir waren wieder in der 1. Liga. Und ich prostete Huub in der Küche zu. Unvergessen.“

Der traurigste Sonntag: „Es war ein nebliger November-Morgen 1991. Plötzlich kamen Fans hoch in den Saal und waren geschockt. „Der Mucki ist heute Nacht tödlich im Auto verunglückt“, sagte einer. Mir schossen sofort die Tränen in die Augen. Denn ich kannte ihn sehr gut.“

Wie ich Oliseh meine Schuhe gab: „Der FC sollte nach München zum Spiel reisen. Sunday Oliseh kam wie die anderen Spieler mit Schlips und Anzug rein. Doch – er trug weiße alte Turnschuhe. Sunday, wie siehst du aus?, sagte ich. Da rief mir Heinz Flohe zu: Wilfried, welche Schuhgröße hast du? Ich habe 43, Sunday 41. Es passte irgendwie. Hauptsache der Bursche hatte schwarze Schuhe.“

Meine größte Enttäuschung: „Bodo Illgner. Der wollte mich nicht mehr kennen. Er war gerade mit Deutschland 1990 Weltmeister geworden, da gab es einen Empfang im Petersberg bei dem ich als Kellner arbeitete. Icke Häßler, Litti, Paul Steiner - alle Kölner Jungs begrüßten mich. Nur Illgner tat so, als hätte er mich noch nie gesehen, als ich ihm Hallo sagen wollte. Er war immer ein bisschen komisch.“

Mein Lieblingsgast. „Bratkartoffeln und Hühnchenstreifen - wenn Lukas Podolski reinkam, wusste ich Bescheid. Ich hatte immer viel zu lachen mit ihm. Schade, dass er weg ist.“


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