Empfehlen | Drucken | Kontakt01.01.2012 - 16:28 Uhr

Konstantinos Giannoulis: In Köln ohne Chance, in der Heimat ein Star

Von TOBIAS LEMPE
Konstantinos Giannoulis hat in Athen sein Lachen zurückgefunden.
Konstantinos Giannoulis hat in Athen sein Lachen zurückgefunden.
Foto: Lempe
Athen –  

Er ist auf dem Olymp! In Köln stand er kein einziges Mal im Kader des FC. Doch als Leihspieler bei Atromitos Athen hat er sein Glück gefunden!

Hier ist er endlich richtig fit und bekommt auch eine echte Chance. Und so ist Konstantinos Giannoulis plötzlich Kölns neuester Nationalspieler.

Im Sommer winkt ihm gar die Teilnahme an der Europameisterschaft! EXPRESS besuchte „Kostas“ in seinem Athener Reich und erklärt seine Leidenszeit beim FC.

„In Köln gab es Tage, da wusste ich nicht, wie es am nächsten Tag weitergehen soll. Ich saß in meiner Wohnung und war vollkommen verzweifelt“, blickt Giannoullis zurück.

Über den Dächern Athens, mit Blick auf die Akropolis erklärt er wehmütig: „Immer wenn ich dachte fit zu sein, kam die nächste Hiobsbotschaft und die überwunden geglaubte Verletzung trat wieder auf.“

Bei den Fans nur als „Griechen-Flop“ bekannt, will er sich nun einen positiven Namen machen: „Die Leute dachten, ich wäre zu schlecht gewesen, aber ich hatte ja auch nie die Chance zu zeigen, was ich kann, da ich nie bei hundert Prozent war.“

Doch nun scheint die Odyssee beendet: „Ich bin zu hundert Prozent fit, kann im Training und den Spielen Vollgas geben“, sagt der sympathische Grieche fröhlich, während er seinen Kaffee am Syntagma Platz im Athener Zentrum trinkt.

Aus seiner Dreizimmerwohnung heraus hat er einen Blick über die vier Millionen Metropole. Dort wohnt er alleine und entflieht dem hektischen Trubel und genießt den Moment. Seine Freundin wohnt zwar auch in Griechenland, sehen tun sie sich aber nur selten: „Ich sehe sie momentan weniger als in Köln, weil sie nicht mehr Studentin ist und nun arbeitet. Ich freue mich, wenn ich sie alle drei Wochen sehen kann.“

Doch seine größte größte Belohnung hat er bereits bekommen: Kostas wurde Nationalspieler! „Es klingt verrückt, aber im Fußball kann es so schnell gehen“, erklärt der 24-Jährige, der in Athen von vielen Passanten erkannt wird.

„Er hat sehr gute Chancen nun auch bei der EM dabei zu sein. Wenn er die Leistungen nun im Frühjahr bestätigt, fährt er mit zur EM“, sagt sein Berater Vassilis Panagiotakis.

Beim Stadtderby gegen AEK Athen kurz vor Weihnachten saßen die Scouts von Olympiakos Piräus (Dortmund-Bezwinger in der Champions League), AEK und Panathinaikos Athen auf der Tribüne.

„Natürlich gibt es Interessenten. Aus Respekt möchte ich keine Namen nennen. Aber Kostas hat sich in das große Rampenlicht gespielt“, sagt sein Berater, bei dem auch französische Klubs der ersten Liga angeklopft haben.

Sie alle wollen den Linksverteidiger - und zwar am Liebsten sofort! „Es dreht sich um Angebote bereits im Winter“, sagt sein Berater und fügt hinzu: „Aber er ist beim 1. FC Köln unter Vertrag und nur ausgeliehen. Wenn Interesse besteht, muss man mit dem FC sprechen.“

Auch beim FC sind seine Leistungen nicht unbemerkt geblieben. Volker Finke wird demnächst nach Griechenland fliegen, um den verliehenen Verteidiger spielen zu sehen. „Er hat ja schon gesagt, dass er im Sommer gerne wieder nach Köln kommt und seine Chance nutzen will. Ich bin glücklich, dass sich die Leihe bezahlt gemacht hat“, sagt der Sportdirektor.

Für „Kostas“ ist die Zukunft noch offen: „Ich weiß ja nicht, wie der FC mit mir plant. Ich möchte nächste Saison zeigen, dass ich auch beim FC Vollgas geben kann.“ Das wäre mal ein Comeback! Zu wünschen wäre es dem jungen Kerl...

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