Geboren in Köln. FC-infiziert. Ehrenmitglied. EXPRESS sprach mit dem Künstler und Fußball-Fan Heiner Lauterbach, derzeit im Kino als Hauptdarsteller im Mysterie-Thriller Reality XL, über seinen Herzensklub, den 1. FC Köln. Es wird ein Gespräch zwischen Liebe und Hieben.
Herr Lauterbach, wenn Sie FC-Präsident werden könnten, was würden Sie tun?
Ich würde alle rauswerfen. Außer den Geißbock!
Und was ist mit Lukas Podolski?
Der dürfte natürlich auch bleiben. Das ist ja auch ein wunderbarer Junge. Er kann kicken. Er identifiziert sich mit dem Klub. Aber davon gibt es leider zu wenige. Man sollte doch einmal ehrlich sein: Wie lange macht er das noch mit? Er hat doch kaum Spieler neben sich, die Klasse haben.
Wie sähe Ihr Konzept aus?
Ich würde voll auf die Jugend setzen.
Auch auf die Gefahr hin, dass der FC absteigt?
Ja. Das muss man den Fans dann auch sagen und sie dazu auffordern, diesen schweren Weg mitzugehen. Und ich sage Ihnen: Sie werden das tun. Danach muss man in Ruhe und mit Geduld eine junge Mannschaft aufbauen, mit Spielern aus der Region. Jungs, die den FC lieben. Und irgendwann ist der Klub wieder zurück. Stärker denn je.
Die derzeitige Klubführung bemüht sich, genau diesen Weg zu gehen...
Das verfolge ich aufmerksam. Aber seien wir einmal ehrlich: In der Vergangenheit wurden zu viele Fehler gemacht. In der Mannschaft gibt es einfach zu viele Schwachpunkte. Da ist zu großes Mittelmaß. Der Klub dümpelt doch seit Jahren irgendwo zwischen dem Abstieg und dem Nirgendwo herum.
Dieses Herumwurschteln kann man sich nicht mehr antun. Geld ist auch nicht da, weil diese Mittelmäßigen zu viel verdienen. Der Klub braucht einen radikalen Umbruch. Es gibt dafür doch genügend erfolgreiche Beispiele.
An wen denken Sie?
Borussia Mönchengladbach. Die haben einen Reus, einen Herrmann und einen ter Stegen und stehen oben in der Tabelle. Oder schauen Sie sich einmal Dortmund an. Die haben junge, talentierte Spieler, die abgehen wie Schmitz’ Katze. Und sie haben einen geilen Trainer.
Sie meinen Jürgen Klopp?
Ja. Und das Schlimme ist: Der Klopp wäre um ein Haar beim FC gelandet. So ein Typ hätte perfekt nach Köln gepasst. Klopp hat Mut. Er hat die Dortmunder Mannschaft innerhalb von zwei Jahren radikal umgedreht. Er hat die alten Säcke rausgeschmissen und junge, ehrgeizige und talentierte Spieler wie Götze, Hummels oder Großkreutz eingebaut. Ich frage mich: Warum ist das beim FC nicht möglich?
Haben Sie eine Antwort gefunden?
Weil sich niemand traut.
Sie leben mit Ihrer Familie in München. Schauen Sie sich die Spiele im Fernsehen noch an?
Klar bin ich immer noch auf diesem Sadomaso-Trip. Ich bin wie jeder FC-Fan: Ich leide mit meinem Klub. Und das wird wohl auch immer so bleiben.
Und wann geht es nicht mehr?
Wenn es 0:3 steht. Dann mache ich den Kasten aus.
Was ist so einzigartig am FC?
Diese wunderbaren Fans. Und diese große Emotionalität. Ich komme viel herum in der Welt, und überall werden dem Klub große Sympathien entgegengebracht.
Der FC hat einen Headhunter verpflichtet, der auf der Suche nach einem Präsidenten ist. Im Ernst: Könnten Sie sich eine Rolle in diesem Gremium vorstellen?
Grundsätzlich höre ich mir jedes Angebot an, das ich bekomme. Aber ich denke, dass das nicht geht.
Warum?
Aus Zeitgründen. Außerdem: Ich bin nicht der Typ, gewisse Dinge nur abzunicken.
Sie könnten dem FC dank Ihrer Kontakte als Berater helfen.
Das könnte ich, ja. Ich denke auch an unseren Formel-1-Weltmeister Michael Schmacher. Ich weiß, dass er ein glühender FC-Fan ist. So einen Mann muss der FC einbinden. Michael hat ein unglaubliches Netzwerk, um Sponsoren zu bekommen. Natürlich würde ich so etwas auch tun.
Wurden Sie einmal gefragt?
Es gab und gibt immer mal einen Kontakt. Gefragt wurde ich aber nicht.
Wann werden wir Sie wieder im Stadion sehen?
Im Februar, mitten im Karneval.
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