Am Ende gab es nur noch Hohn und Spott. Die Südkurve feierte imaginäre Tore, sang „Oh, wie ist das schön“ und drehte zu großen Teilen dem unseligen Treiben auf dem Rasen den Rücken zu.
Der Bruch zwischen dem FC und seinen Fans – er wird langsam besorgniserregend. Selten zuvor hatte eine Kölner Mannschaft das Stadion schon Mitte der zweiten Hälfte derart leer gespielt wie am Samstag bei der 0:4-Voll-Blamage gegen Hoffenheim.
Nein, sprechen wollte der Präsident über diesen schlimmen Auftritt nicht. Wolfgang Overath hatten seine kölschen Versager wie auch schon beim 0:1 gegen Hannover die Laune verhagelt. Aber diesmal noch schlimmer. Der FC wurde richtig verprügelt, die Kölner konnten froh sein, nicht noch viel deutlicher unter die Räder gekommen zu sein. Nicht nur das Präsidium muss sich die Frage stellen: Was nun, FC?
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Alle Appelle nach dem 0:1 gegen Hannover waren Makulatur. Die durch den Glücks-Sieg in Berlin übertünchten Probleme traten gegen die spielfreudigen Gäste überdeutlich zu Tage: Eine seelenlose Truppe ließ sich im eigenen Stadion abschlachten. „Ich bin extrem enttäuscht. Wir sind nicht als Mannschaft aufgetreten. Immer wenn wir einen Schritt nach vorne machen können, machen wir einen zurück“, gesteht Trainer Zvonimir Soldo, der große Probleme hat, dem von Manager Meier zusammengestellten Sammelsurium Leben einzuhauchen.
Die Spieler tauchten ab. Lediglich der eingewechselte Kevin Pezzoni hatte den Mut, sich zu stellen – und klagte die Kollegen an: „Wenn drei Spieler weniger laufen, dann hast du ein Problem. Wir reden zu wenig miteinander. Jeder spielt für sich. Aber da sind auch mal die erfahrenen Spieler gefordert. Ich bin der jüngste und stehe hier. Wir haben viele etablierte Profis. Die sind gefordert.“
Und natürlich Trainer Soldo. Denn so kampflos darf kein Heimspiel abgegeben werden: Nach fünf Minuten traf der von Pedro Geromel und Petit sträflich freigelassene Carlos Eduardo.
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Dann sah Miso Brecko zu, wie Chinedu Obasi zum 2:0 einköpfte. Und dann schaute wieder Geromel zu, wie Demba Ba trocken ins kurze Eck traf. Dass der Schlusspunkt, Vedad Ibisevic’ Elfmeter zum 4:0, kein Strafstoß hätte sein dürfen, interessierte nur noch Manager Meier. Der will sich in dieser Woche auf die Suche nach den Gründen für die Heimmisere machen. Coach Soldo scheint aber noch nicht als Grund für die Krise ausgemacht. Er wird gegen Bochum auf der Bank sitzen. Meier: „Das ist doch selbstverständlich.“
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