Köln - Nicht verschlossen wie zuletzt, sondern gut gelaunt und freundlich gestimmt verließ Roda Antar am Dienstag nach dem Training das Geißbockheim.
Einen Läufer, der im Wald böse gestürzt war, brachte er sogar noch zu den FC-Physios in die Kabine.
Drei Tage zuvor hatte es in ihm noch anders ausgesehen. Er musste sich was anhören: Für seinen schwachen Auftritt erntete er nach dem Bayern-Spiel (0:3) öffentliche Kritik.
Die Fans diskutieren über ihn, und auch Trainer Daum verlangt von seinem „Spielmacher“ nach mehreren mäßigen Auftritten mehr: „Ich warte auch darauf, dass bei Roda endlich der Knoten platzt. Er muss sein Herz in die Füße legen.“
Antar selbst ist davon überzeugt, dass es aufwärts geht. „Ich bin mir sicher, dass bei mir bald der Knoten platzt. In der vergangenen Saison hat es auch länger gedauert. Aber ich habe Vertrauen in meine eigene Stärke.
Und das versuche ich gleich in den nächsten Spielen zu zeigen“, erklärt der 28-Jährige dem EXPRESS und bricht somit sein Schweigen. Der Libanese hat sich viel vorgenommen, ohne sich dabei „zu sehr unter Druck zu setzen. Doch ich weiß auch: Die Leute verlangen Tore von mir.“
Sein erstes in der vergangenen Zweitliga-Saison erzielte er erst am 25. Spieltag. Es sollten noch sechs folgen. Diesmal sollte Antar schneller funktionieren.
Denn im Mittelfeld fehlt es an der Kreativität und Torgefahr - und Stürmer Novakovic hing in der Luft. „Im Ballbesitz müssen wir Nova mehr unterstützen“, fordert Co-Trainer Roland Koch. Antar „respektiert“ die Kritik an ihm, hält sie aber für überzogen. Er selbst sagt, dass er es liebe, im Mittelfeld offensiver zu spielen.
Antar spielt also auf seiner Lieblingsposition, Daum räumt ihm im Spiel alle Freiheiten ein, Petit und Matip halten ihm den Rücken frei. Der nächste Gegner heißt Bielefeld und nicht Bayern. Antar muss sich nun beweisen.
Die drei von der Baustelle
Der FC im Wandel: Mit dem neuen Führungstrio bestehend aus Holger Stansilawski, Jörg Jakobs und Frank Schaefer soll in Köln wieder ehrlicher Fußball gespielt werden. Das Trio steht damit aber vor einer echten Mammut-Aufgabe.
FC kämpft um seine Klein-Sponsoren
EXPRESS erfuhr: Die Zahl der Business Partner und VIP-Sitze wird in der neuen Saison sinken. „Wir haben eine leicht überdurchschnittliche Zahl an Kündigungen“, bestätigt Marketing-Leiter Joachim Lange.
Dieses Trio verkörpert das neue FC-Gesicht
„Es ist ein hochemotionaler Club. Ich male mir aus, was im Stadion und in der Stadt los ist, wenn man dauerhaft Erfolg hat“, sagte Jörg Jakobs bei seiner Vorstellung.