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Einmalig und Kult: Stefan (39) ist Kölns treuster Fan

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Der geistig behinderte 39-Jährige folgt seinen Idolen auf Schritt und Tritt.
Der geistig behinderte 39-Jährige folgt seinen Idolen auf Schritt und Tritt.
Foto: Herbert und Franziska Bucco
Köln –  

Eine Wohnung in Neu-Ehrenfeld. Rut und Wieß ist hier Programm. An den Wänden ist Lukas Podolski (27) auf Fahnen, Postern, Trikots und Schals allgegenwärtig - und der Geißbock sowieso. Willkommen bei Stefan (39), dem skurrilsten Anhänger der Liga. Der FC ist sein Leben - und Lukas sein Held.

Poldis größter Fan! Seit 2004, als die Profi-Karriere des Kölner Fußball-Prinzen im Grüngürtel begann, begleitet der geistig- und lernbehinderte den Nationalspieler auf Schritt und Tritt. „Ich freue mich immer wenn ich ihn treffe“, sagt Lukas, „ich bewundere ihn, dass er trotz Behinderung so viel auf sich nimmt, um den FC zu begleiten oder auch mich wenn ich in der Nähe bin.“

Schon zu Huub Stevens Zeiten war Stefan immer dabei.
Schon zu Huub Stevens Zeiten war Stefan immer dabei.
Foto: Herbert Bucco

Stefan hat immer ein Lachen im Gesicht und sorgt mit kecken Sprüchen („Deutscher Meister FC“) für Heiterkeit. „Er war lange in einer Behindertenwerkstatt, aber das hat ihm dann irgendwann nicht mehr gefallen“, erklärt sein Vater, „sein Leben ist der Fußball. Das begann 1990 bei der Fussball-WM. Sein ganzes Zimmer zu Hause ist geschmückt. Von Poldi sammelt er fast alles. 2004 entdeckte er ihn bei einem Training und wich ihm seitdem nicht mehr von der Seite. Ich finde es toll, dass sich Lukas auch immer um ihn kümmert.“

Beide gingen schon zusammen essen, nach Autogrammstunden fuhr Podolski den Fan auch schon im Privatwagen heim nach Neu-Ehrenfeld. Auch als der Stürmer nach London wechselte, riss der Kontakt nicht ab. „Als wir mit Arsenal im Trainingslager in Hennef waren, kam er sogar vorbei“, schmunzelt Poldi, „auch nach Bergheim kommt er immer. Ihm ist kein Weg zu weit, um mir Hallo zu sagen. Wenn man Stefan sieht, bekommt man direkt ein Lächeln ins Gesicht. Egal was vorher passiert ist.“

Vater Franz Hack im Zimmer des fanatischen Poldi- und FC-Fans Stefan.
Vater Franz Hack im Zimmer des fanatischen Poldi- und FC-Fans Stefan.
Foto: Herbert Bucco

Der untersetzte Mann mit Schnauzbart und Brille ist immer zur Stelle, wenn es um den FC geht. Mit seinem Behindertenausweis reist er mit der Bahn immer mit. Die Kabinentür am Geißbockheim geht auf, schwupps steht er drin. Bei Wind und Wetter harrt er an der Seitenlinie aus, wenn die Profis, Damen- oder Jugendmannschaften trainieren.

Jeder im Grüngürtel kennt ihn. Auch Ex-Trainer Huub Stevens mochte ihn, bot ihm nach dem Aufstieg 2005 sogar an, ihn nach dem letzten Saisonspiel im Bus mitzunehmen.

Beim Benefizspiel des FC in Bergheim 2011 wechselte ihn Poldi persönlich für die Ausführung eines Elfmeters ein. Die Mannschaft empfängt er auf dem Weg zum Trainingsplatz am Geißbockheim auch gern schon mal mit einer Laola. Jeder hat ihn gern - Berührungsängste gib es keine. „Stefan ist einmalig und Kult“, lobt Poldi, „es ist toll, dass man durch Fußball so viele Menschen glücklich machen kann.“

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