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Der FC-September 2012: Pezzoni-Schlammschlacht und sportliche Wende

Auswärtssieg in Paderborn! Die FC-Truppe feiert den Siegtorschützen Adil Chihi.
Auswärtssieg in Paderborn! Die FC-Truppe feiert den Siegtorschützen Adil Chihi.
Foto: Herbert Bucco
Köln –  

In unserem Jahresrückblick fassen wir die Geschehnisse rund um den FC noch einmal Monat für Monat zusammen. Heute: September!

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Der FC-September 2012

1. September: Das Pezzoni-Drama erschüttert die Liga. Auf seiner Facebook-Seite veröffentlicht Pezzoni eine erste Reaktion zur seiner Vertragsauflösung. „Es freut mich, zu lesen, wie viel Verständnis für unsere Entscheidung entgegengebracht wird und wie viel Unverständnis wir gemeinsam gegenüber Mobbing, Beleidigungen, Gewalt und Co. haben“, schreibt er. Von der Mannschaft äußert sich Christian Eichner zum plötzlichen Abschied. Das gesamte Team stehe „unter Schock“.

2. September: Der FC wird von der Wucht der Trennung überrollt. Präsident Werner Spinner gibt erst am späten Nachmittag eine Erklärung ab. „Der 1. FC Köln positioniert sich klar gegen Gewalt. Als bei Facebook der Aufruf zum 'Aufmischen' gegen 'Pezzoni & Co' erschien, hat der FC zum Schutz seines Spielers sofort Strafanzeige gestellt und dafür gesorgt, dass der Aufruf aus dem Netz gelöscht wurde. Sobald wir konkrete Kenntnis erhalten von Vorfällen, die unsere Spieler betreffen, gehen wir konsequent gegen beteiligte Chaoten vor. Darauf können sich unsere Spieler und Mitarbeiter verlassen.“

Claus Horstmann: „Mussten in diesem Einzelfall so entscheiden.“
Claus Horstmann: „Mussten in diesem Einzelfall so entscheiden.“
Foto: Bucco

3. September: Nach den massiven und persönlichen Drohungen gegen Kevin Pezzoni empfehlen die FC-Verantwortlichem ihrem ehemaligen Spieler, Strafanzeige zu stellen. Claus Horstmann bezeichnet die Entscheidung als alternativlos. „Wir mussten in diesem Einzelfall so entscheiden. Dass das nicht die Standardlösung ist, darüber muss man nicht diskutieren. Aber wir haben im Sinne von Kevin entschieden. Vielleicht wissen wir nicht alles.“

Nach neuerlicher Hetze gegen Adil Chihi stellt der FC Strafantrag. „Wir haben die Identität aus der Adresse identifizieren können. Gegen diese „Poster“ wird vorgegangen“, sagt FC-Boss Werner Spinner.

4. September: Vier Tage muss sich der FC harter Kritik wegen des Pezzoni-Falls aussetzen, der von den eigenen Anhängern im Internet und vor seiner Haustüre attackiert wurde. Doch nun geht der Klub in die Offensive. „Um es klar zu sagen: Kevin Pezzoni und der 1. FC Köln haben den Vertrag nicht wegen ein paar Chaoten aufgelöst, die den Spieler bedrängt haben. Es ist absurd anzunehmen, der 1. FC Köln kapituliere vor aggressivem Verhalten einzelner Störer“, heißt es in einem Schreiben auf der Homepage.

5. September: Nun geht auch Opfer Kevin Pezzoni mit juristischen Mitteln gegen die Personen vor, die ihn und seine Freundin vor seiner Privatwohnung bedrohten. Der Fußballprofi will Anzeige erstatten!

Grafiker Jens Krüger und Marketing-Mann Christian Becker zeigen die Rote Karte der Aktion: „Für den Verein. Gegen Gewalt.“
Grafiker Jens Krüger und Marketing-Mann Christian Becker zeigen die Rote Karte der Aktion: „Für den Verein. Gegen Gewalt.“
Foto: Eduard Bopp

6. September: Alle an einem Strang – für den Verein, gegen die Gewalt! Der 1. FC Köln und EXPRESS unterstützen die Facebook-Gruppe „1. FC Köln - Für den Verein, gegen Gewalt“ und zeigen den aggressiven Chaoten im Umfeld des Fußballs die Rote Karte.

Am Abend läuft die WDR-Sendung "Domian": Ein junger Mann meldet sich, gibt sich als Initiator der Facebook-Gruppe "Kevin Pezzoni aufmischen" zu erkennen. Benny (21) will seine Sicht der Dinge darstellen. Für einen Hetzer hält er sich auch nach den jüngsten Eskalationen in keiner Weise.

7. September: Im Gespräch mit dem EXPRESS ändert der 21-Jährige seine Darstellung. „Da ist wohl wegen der Aufregung einiges Durcheinander gekommen.“ Vorstrafen habe er keine, Stadionverbote auch nicht. Bei Schlägereien will er auch nicht dabei gewesen sein. Und der ganze Wirbel geht ihm plötzlich nah. „Ich war mir über die Tragweite der Aktion nicht im Klaren.“ Nun ahnt er, was auf ihn zukommt. „Ich denke ein Stadionverbot und einen Vereinsausschluss“, sagt der junge Mann. Auch strafrechtliche Konsequenzen drohen.

Die FC-Verantwortlichen hart durch. „Es handelt sich um ein FC-Mitglied, gleichzeitig Vorsitzender eines kleineren Fan-Clubs. Wir haben gegen diese Person ein sofortiges Mitgliederausschlussverfahren in Gang gesetzt, werden ein maximales Stadionverbot verhängen und den Fanclub-Status entziehen“, teilt der Verein mit.

Das große Stühlerücken beim FC geht weiter. Ein weiterer leitender Angestellter ist mit sofortiger Wirkung nicht mehr für den Verein tätig: Marketingleiter Joachim Lange.

Was für ein Paukenschlag: Pezzoni wollte den Klub angeblich gar nicht verlassen.
Was für ein Paukenschlag: Pezzoni wollte den Klub angeblich gar nicht verlassen.
Foto: dpa

8. September: Neues im Fall Kevin Pezzoni: Der von Fans bedrohte Fußball-Profi erhebt nun schwere Vorwürfe gegen die Vereinsführung des 1. FC Köln. Ihm sei es vorgekommen, als habe der Klub „auf eine günstige Gelegenheit gewartet, um mich loszuwerden“, sagt Pezzoni der „Welt am Sonntag“.

Nun haben sie beim FC wohl genug. Nach der Vertragsauflösung hatten sich die Kölner Verantwortlichen schützend vor den ehemaligen Spieler gestellt. Doch auf das Interview reagiert der Verein mit einer eindeutigen Stellungnahme. „Die von ihm nun erhobenen Vorwürfe sind substanzlos, unangebracht und schaden ihm selbst am meisten“, wird Geschäftsführer Claus Horstmann dort zitiert.

9. September: Jetzt wird der Fall Pezzoni zur Schlammschlacht. Mit dem im Auflösungsvertrag schriftlich vereinbarten „friedlichen Wohlverhalten“ habe das Nachtreten nichts zu tun, sagt FC-Geschäftsführer Claus Horstmann. Pezzonis Verhalten sei in hohem Maße vereinsschädigend. Der FC prüft eine Klage gegen Kevin Pezzoni.

Horstmann legt im „Volkswagen Doppelpass“ auf Sport1 erneut seine Sicht der Dinge dar. „Kevin hätte keine Aufhebung unterschreiben müssen und sein Vater hätte keine Pressemitteilung freigeben müssen, wenn man der Meinung gewesen wäre, dass das nicht die richtige Lösung sei“, sagt Horstmann in der Sendung.

10. September: Kevin Pezzoni reist nach Großbritannien. Zuerst in England und dann auch in Schottland sollen Gespräche über seine sportliche Zukunft geführt werden. Nach EXPRESS-Informationen sollen Premier-League Klub Aston Villa und der englische Zweitliga-Klub FC Middlesbrough Interesse zeigen.

12. September: Trotz Zweitklassigkeit und schlechtem Saisonstart setzen die Kölner Anhänger weiter Vertrauen in den FC. Die Anleihe erfreut sich großer Beliebtheit. „Wir haben jetzt die Marke von 5 Millionen Euro übertroffen. Über 3000 Anleger haben die Anleihe gezeichnet. Damit können wir sehr zufrieden sein in den ersten sechs Wochen“, sagt Werner Spinner.

FC-Coach Holger Stanislawski beantwortete die Fragen der Fans im Livestream.
FC-Coach Holger Stanislawski beantwortete die Fragen der Fans im Livestream.
Foto: Eduard Bopp

13. September: FC-Fans fragen, Stani antwortet! FC-Coach Holger Stanislawski besucht die EXPRESS-Redaktion, um die Fragen der Anhänger zu beantworten. Das Besondere: Stani liefert seine Antworten im Gespräch mit Reporter Alexander Haubrichs im Livestream auf EXPRESS.DE. Stanis klare Ansage: „Ich hoffe, wir sind im oberen Drittel, wenn die Post abgeht!“

14. September: Kevin Pezzoni absolviert ein Probetraining beim englischen Zweitligisten Ipswich Town.

Christopher Schorch hat schon wieder eine Verletzung zu beklagen. Der Defensivmann hat sich die Patella-Sehne gerissen. Trainer Dirk Lottner ist betroffen: „Das ist ganz bitter für den Jungen“, erklärte er gegenüber EXPRESS.

16. September: Knapp 200 FC-Ultras besuchen das Abschlusstraining vor dem Pauli-Kracher und sichern den FC-Profis ihre Unterstützung zu. „Das war ein gutes Gespräch. Sie haben uns signalisiert, dass sie honorieren, wie sehr sich die Jungs reinhängen und dass sie merken, dass die Mannschaft alles gibt. Es ist selten genug, dass zuerst auf die Leistung und erst dann auf das Ergebnis geschaut wird“, sagt FC-Trainer Holger Stanislawski. Mit Fanbetreuer Rainer Mendel hört die gesamte Mannschaft den Worten der Ultra-Anhänger zu.

Am Liebsten hätte Ujah den FC direkt zum Sieg geschossen. Doch auch ihm fehlte das Glück beim Abschluss.
Am Liebsten hätte Ujah den FC direkt zum Sieg geschossen. Doch auch ihm fehlte das Glück beim Abschluss.
Foto: Eduard Bopp

17. September: Hätte Holger Stanislawski Haare auf dem Kopf, er hätte sie sich ausgerissen: Auch gegen den FC St. Pauli reicht es nicht zu einem Sieg. In einer packenden Partie ist der FC zwar die bessere zweier starker Mannschaften – doch am Ende trennt man sich mit einem torlosen Remis.

„Gewalt? Nicht mit uns!“, propagieren die FC-Fründe Mai 98 beim Spiel. Und das Fanprojekt macht deutlich: „Ja zur Rivalität, Nein zur Gewalt“. Tausende zeigen der Gewalt die Rote Karte. „Ja zum Verein, nein zur Gewalt“, ein Motto, das die friedlichen FC-Fans in die Republik tragen.

20. September: Null Tore aus dem Spiel heraus - seit 297 Minuten nicht getroffen. Zwei Punkte aus fünf Partien, Platz 16. Bei Union Berlin muss die Wende her. Stanislawski rasiert Chihi! Neben Chihi sind auch Mikael Ishak und Chong Tese nicht im Kader.

Es ist ein Machtkampf im einflussreichen Verwaltungsrat entbrannt. Im Mittelpunkt: Investor Franz-Josef Wernze. Aus einem Protokoll der letzten Sitzung geht hervor, dass dem 64-Jährigen unter bestimmten Umständen die Vertrauensfrage gestellt werden soll. Ein Teil des Verwaltungsrats hat große Zweifel an der Loyalität Wernzes angemeldet. Der Besitzer der größten deutschen Steuerkanzlei soll in einer der nächsten Sitzungen diverse Vorwürfe, die das Gremium gegen ihn erhebt, entkräften. Kann er dies nicht, wolle man über den Unternehmer abstimmen.

21. September: Die Not beim FC wird immer größer. Auch nach dem 6. Spieltag wartet der Absteiger auf den ersten Saisonsieg. Die Kölner unterliegen bei Union Berlin mit 1:2 und rutschen auf Tabellenplatz 17.

22. September: Erst fehlten die Ergebnisse, jetzt spielt das Team auch noch schlecht. Zu der gewohnt harmlosen Offensive, der immer noch kein Tor aus dem Spiel heraus gelang, gesellten sich nun haarsträubende Abwehrfehler hinzu. Stanislawski: „Vor uns liegt ein schwerer, steiniger Weg. Wenn du erst mal unten drin steckst, dauert es eine Zeit, bis du dich da rausgekämpft hast.“

24. September: EXPRESS macht sich auf die Suche nach den Gründen für die Misere und fragt die Ex-Trainer Friedhelm Funkel, Ewald Lienen und Peter Neururer nach ihrer Einschätzung der Lage. Sie sind sich einig: Der FC packt die Wende.

Erlösender Jubel: Tobias Strobl hat das 1:0 erzielt und freut sich mit den Kollegen.
Erlösender Jubel: Tobias Strobl hat das 1:0 erzielt und freut sich mit den Kollegen.
Foto: Eduard Bopp

25. September: So viele gelöste Gesichter hat man schon lange nicht mehr gesehen. „Endlich müssen wir mal nicht hier stehen und fragen: Warum und weshalb? Ich bin einfach happy“, strahlt Thomas Bröker nach dem 2:1-Sieg gegen den FSV Frankfurt, während ein Helfer einen Kranz Kölsch in die FC-Kabine bringt. Kurz darauf huscht Holger Stanislawski vorbei: „Ich muss jetzt mal schnell in die Kabine, aber ich glaube, für mich ist nichts mehr da.“ Doch dafür darf sich der FC-Coach anschließend im Maritim, wo er in seinen 43. Geburtstag hinein feiert, noch ein, zwei Kaltgetränke genehmigen.

28. September: Ganze Felsbrocken fallen von den Herzen der Kölner Spieler. Ujah und Chihi bringen den FC ins Rollen: 2:1-Sieg in Paderborn. Dieses Ding ist ganz wichtig. Mit sechs Punkten in der englischen Woche schießt sich der FC aus dem Zweitliga-Keller, springt zumindest über Nacht von Platz 16 auf elf. Und plötzlich sieht die ganze FC-Welt schon deutlich rosiger aus.

30. September: Der Polizeieinsatz am Bahnhof Deutz bei der Rückkehr der FC-Fans vom Auswärtssieg in Paderborn schlägt hohe Wellen: Den EXPRESS erreichen zahlreiche Zuschriften von Anhängern, die von einem unverhältnismäßigen Vorgehen der Beamten berichten.

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