Manager Michael Meier spricht von „begrenzten Mitteln“, Trainer Zvonimir Soldo lässt keinen Tag aus, um auf den „engen finanziellen Rahmen“ hinzuweisen.
EXPRESS schaute genau hin und sah: Der Geißbock reitet auf der Rasierklinge. Neue Zahlen zeigen, wie teuer und schwer die Rückkehr und die Etablierung in der Bundesliga war. Und warum Finanzchef Claus Horstmann klipp und klar sagt: „Künftige Investitionen in die Mannschaft müssen sich selbst tragen.“
Die Zeit der Transfers auf Pump ist vorbei, die neue Politik heißt: Junge Spieler, die teamfähig sind - und vor allem günstig. Muss der FC gar Podolski verkaufen um sich zu sanieren?
Eine Bestandsaufnahme.
Der Grund für die Probleme liegt in den letzten Jahren: Nach dem Aufstieg, so kann man im jüngst veröffentlichen Bericht nachlesen, wurden 8,8 Millionen Euro in Spieler wie Petit, Pedro Geromel & Co. gesteckt. Dafür musste ein Kredit über 7,5 Millionen Euro aufgenommen werden, als Sicherheit wurde ein Sponsorenvertrag hinterlegt. Im Jahr danach wurde Podolski und Co. ebenfalls zum Großteil auf Pump finanziert. Damals wurden die Gastronomierechte an die eigene Tochter für abermals 7,5 Millionen Euro verkauft. „Auch das war ein Einmaleffekt, um ins Team investieren zu können“, sagt Horstmann.
Kapital-Erhöhung platzte
Der Geschäftsbericht kommt zu dem düsteren Schluss: „Der Konzern ist bilanziell mit 6,8 Millionen Euro überschuldet.“ Ein Alarmsignal! Langfristig belaufen sich die Verbindlichkeiten gar auf 21,035 Millionen Euro! Zudem klaffte im Etat der vergangenen Saison eine eklatante Lücke. In der Prognose heißt es: „Zum Ende der Saison 2009/2010 besteht ein Kapitalbedarf von 4,8 Millionen Euro.“
Um den Fehlbetrag auszugleichen, hoffte man auf eine Qualifikation fürs Pokal-Halbfinale - das Aus in Augsburg ließ die Hoffnung auf Einnahmen von bis zu 3,5 Mio Euro platzen. Um die Eigenkapital-Decke zu verbessern, wollte man eine Kapitalerhöhung von 5 Millionen Euro durchführen. Doch es wurde kein Investor gefunden. „Das war in dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld nicht möglich“, räumt Horstmann ein. „Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben.“
Immerhin: Der kurzfristige Geld-Bedarf konnte gedeckt werden. „Weil das aus dem operativen Geschäft unmöglich war, haben wir andere Quellen erschlossen“, sagt Horstmann - hier mussten wieder zukünftige Einnahmen verwandt werden, um Löcher zu stopfen.
2011 ist ein Minus verboten
Doch 2010/11 ist ein weiteres Minus nicht drin - ewig läßt sich nicht auf Pump leben. Für den FC heißt das: Weiter kleine Brötchen backen. Eine Million Euro mussten im letzten Jahr für den Rückkauf der Genussrechte ausbezahlt werden. 2011 steht zudem die Rückzahlung der Anleihe an, was den FC 5 Millionen Euro kosten wird.
„Ausgaben und Einnahmen müssen sich decken, denn die Überschuldung besteht auch 2010 unverändert“, sagt der Finanzboss. „Die Zahlen machen deutlich, wie groß die Lücke zu den Spitzenklubs ist. Zukünftige Investitionen in die Mannschaft müssen wir uns selbst erwirtschaften.“
Leistungsträger sollen aber nicht abgegeben werden. „Wir müssen keine Spieler verkaufen.“ Allerdings verweist auch Horstmann auf das Beispiel von Tabellennachbar Mönchengladbach, der die Einnahmen des Transfers von Marcell Jansen nutzte, um das Team umzubauen. „Wir haben unsere Einnahmen aus dem Podolski-Transfer in den Rückkauf gesteckt.“
Poldi weiter unverkäuflich
Der wird heftig von europäischen Top-Klubs umworben. Doch noch gilt er beim FC als unverkäuflich. Von Verstärkungen braucht aber auch der WM-Prinz nicht träumen...
Rüttens Einsatz: Poldis Bergheimer in die FC-Arena!
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Fahren Sie mit auf dem Poldi-Wagen im Zoch!
Laden Sie ein Foto von sich mit Pappnase hoch und verraten Sie uns, was Sie tun würden, damit Lukas Podolski in Köln bleibt.
Pezzoni und Petit im kleinen Derby gegen Gladbach
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