Empfehlen | Drucken | Kontakt10.08.2008 - 00:00 Uhr

Daums Wandlung: Er ist wieder der Alte

Von LARS WERNER
Gut gelaunt, schlagfertig, angriffslustig: Daum im Sportstudio
Gut gelaunt, schlagfertig, angriffslustig: Daum im Sportstudio
Foto: ZDF

Köln - 9. August 2008. Christoph Daum als Studiogast im ZDF-Sportstudio. Wir sehen einen Mann, der Zuversicht ausstrahlt, der Feuer versprüht, der lacht.

Schlagfertig, souverän, mit einem Hauch Arroganz, returniert der FC-Trainer selbst nicht besonders schlau gestellte Fragen. Es ist ein Auftritt, der den Eindruck der letzten Wochen manifestiert.Mutig sagt der Coach des Aufsteigers: „Wir werden einen Mittelfeldplatz erreichen.“

März 2008: Daum entsetzt über den FC.
März 2008: Daum entsetzt über den FC.
Foto: Bopp

März 2008. Daum wirkt ausgebrannt und desillusioniert. Ja, er ist es sogar. Die Situation im Klub nagt an ihm, zudem ist er gesundheitlich angeschlagen. Der Aufstieg ist ungewiss, die Mannschaft eine Clique. Im eigenen Verein wird Daums Arbeit kritisch beäugt.

Der einstige Champions-League-Trainer kriegt den „Laden“ lange nicht in den Griff. In einer Wutrede entlädt sich der Frust. Danach plant Daum so: Durchhalteparolen, irgendwie aufsteigen, dann den FC verlassen.

Jetzt Daums Wandlung - zwischen diesen beiden Bildern liegen nur fünf Monate. „Ich war ja eigentlich schon weg. Aber am Ende dachte ich: Der FC ist eine Baustelle, die noch nicht fertig ist“, erklärt der Coach, warum er doch blieb. Und Bauherr Daum geht nach achtjähriger Bundesliga-Abstinenz mit Verve an die Arbeit.

„Für viele ist es eine Wandlung, für mich ist Christoph eher wieder der Alte“, meint Ex-Bayer-Manager und enger Daum-Freund Reiner Calmund, „jetzt sehe ich wieder den Daum, den ich aus Leverkusen kannte. Einer, der sich mit der Liga, dem Klub, mit der Mannschaft voll identifiziert und voller Tatendrang ist.“ Nicht zu vergleichen mit dem Daum aus der Zweitliga-Zeit: „Christoph war unzufrieden, wirkte angeschlagen. So kannte ich ihn nicht.“

Für FC-Klubsprecher Christopher Lymberopoulos, einen Daum-Intimus, ist die Wandlung auch eine Folge der Aufbruchstimmung im Verein: „Die Zweitliga-Saison war für alle schwierig. Jetzt spürt der Trainer die Euphorie hier, die ihn zusätzlich motiviert.“ Ehefrau Angelica Camm-Daum hebt die emotionale Komponente hervor: „Christoph hängt so am FC. Er hat besondere Sympathien für Stadt und Verein. Mit seinen Mannschaften verfolgt er aber höhere Ziele.“

Die kann er mit einer verstärkten Mannschaft nun anpeilen. Calmund: „Christoph ist wieder in der Liga, in die er gehört. Er freut sich auf die Saison.“ Eine Freude, die man Daum ansieht und von der der FC profitieren sollte.

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