Empfehlen | Drucken | Kontakt09.06.2011 - 14:11 Uhr

EXPRESS-Interview: Claus Horstmann verspricht: "Alle Stars bleiben beim FC!"

Von ALEXANDER HAUBRICHS und CHRISTIAN KNOP
Foto: Eduard Bopp
Köln –  

Spekulationen um Lukas Podolski, Gerüchte um Pedro Geromel oder Goalgetter Milivoje Novakovic.

Im ersten Teil des großen EXPRESS-Interviews teilt FC-Geschäftsführer Claus Horstmann mit: „Alle Stars bleiben beim FC. Und wir werden uns punktuell verstärken.“

Was der 46-jährige FC-Boss über die Ziele mit dem neuen norwegischer Trainer Ståle Solbakken und die Hängepartie um Slawomir Peszko denkt, wie es um eine Verpflichtung von Wolfsburgs Sascha Riether steht, das verriet Claus Horstmann EXPRESS in einem persönlichen Gespräch.

Gleich hier den ersten Teil des Interviews lesen.

FC-Boss Claus Horstmann im Interview
Der Trainer kommt mit vielen Vorschusslorbeeren. Wobei man sich die Frage stellen könnte: Auch Soldo kam als kroatischer Meister, scheiterte dann.

Erstmal: Wir brauchen Solbakken gar nicht als guten Trainer zu verkaufen, denn er ist ein guter Trainer. Es gibt nie eine Garantie, dass ein Trainer an einer anderen Stelle den gleichen Erfolg hat. Aber was Solbakken mitbringt, deckt sich zu hundert Prozent mit dem, was wir gesucht haben. Wir wollten einen starken Trainer mit einer starken Persönlichkeit, der international nachgewiesen hat, erfolgreich modernen Fußball spielen zu lassen. Den haben wir gefunden.

Wird Sportdirektor Finke weiter am Trainingsplatz stehen?

Volker Finke hat in seiner Positionsbeschreibung als Sportdirektor die klare Aufgabe, ganz nah am Cheftrainer und der ersten Mannschaft zu sein. Das machen ein Klaus Allofs oder ein Christian Nerlinger nicht anders.

Bald ist Trainingsstart. Aber noch tut sich wenig beim FC.

Die Planungen laufen auf vollen Touren und alle Leistungsträger werden auch in der kommenden Saison für den 1. FC Köln spielen. Die Mannschaft, die in der Rückrunde 29 Punkte geholt hat, halten wir zusammen. Das ist eine wichtige Botschaft. Gleichzeitig sind wir natürlich hinter den Kulissen sehr aktiv. Es wird auch die eine oder andere Verpflichtung geben und es wird einige Spieler geben, die wir verleihen werden, wie Simon Terodde, Reinhold Yabo oder Taner Yalcin. Aber die Transferzeit geht bis Ende August, und diese Zeit wollen wir nutzen.

Besteht nicht die Gefahr, dass man sich von Platz 10 blenden lässt?

Wir reden nichts schön. Volker Finke war fünf Monate ganz nah an der Mannschaft und kam zu dem Fazit, dass die Mannschaft zusammen leistungsfähig ist. Und sie ist ja schon durch die Winter-Zugänge von Rensing, Eichner, Peszko und Makino verändert worden. Die Mannschaft hat gerade in den letzten Spielen gezeigt, zu was sie imstande ist. Und Kontinuität ist auch wichtig für eine Mannschaft.

Lukas Podolski hat aber zuletzt mehrfach Verstärkungen gefordert.

Lukas ist ein ganz wichtiger Spieler, Kapitän und Aushängeschild. Aber es ist wichtig, dass alle den Weg mitgehen, den wir einschlagen. Es wird keine Riesen-Transfers geben. Unser Weg ist es, selbst Transferwerte zu schaffen. Deshalb war die U17-Meisterschaft so wichtig, um deutlich zu machen: Wir müssen den Weg der Ausbildung gehen.

Wie passt dazu das Werben um Wolfsburgs Sascha Riether?

Es ist ja nicht so, dass wir gar nichts machen können, aber wir haben das klare Ziel der Konsolidierung. Wenn wir zu der Überzeugung kommen: Es gibt eine bezahlbare Idealbesetzung für eine Position, auf der wir Bedarf haben, dann versuchen wir, das möglich zu machen.

Was ist mit Manasseh Ishiaku?

Da muss man klar sagen: Ishiaku wird in der nächsten Saison keinen Fußball für den 1. FC Köln spielen. Er ist überhaupt kein Bestandteil der Planungen.

Anders stellt sich die Sache bei Petit dar.

Er hat in drei Jahren über 90 Spiele bestritten und in seiner letzten Partie einen Kreuzbandriss erlitten. Wir haben ihm gesagt: Schau, dass du schnell wieder gesund wirst, dann bekommst du einen leistungsbezogenen Vertrag. Das ist auch eine Stilfrage, wie man mit verdienten Profis umgeht.

Bleibt die Hängepartie um einen Verbleib von Slawomir Peszko. Jetzt plötzlich ist Frankfurt im Gespräch.

Also bei uns hat sich bis jetzt nicht ein einziger Klub gemeldet. Der Berater sollte sich mal hinterfragen, ob er mit dem, was da passiert, seinem Spieler einen Gefallen tut. Und Slawo sollte sich fragen, ob das alles gut für ihn ist. Fakt ist: Der Spieler hat jetzt drei Jahre Vertrag bei uns. Wenn ein Klub kommt und Slawo kaufen möchte, dann setzen wir uns mit dem an einen Tisch.

Und die Ablöse bekommt dann Investor Franz-Josef Wernze?

Herr Wernze hat im Winter investiert. Es gibt eine klare Transfervereinbarung, wenn der Spieler verkauft wird, wird das Geld nach einem bestimmten Schlüssel aufgeteilt. Aber die Entscheidung liegt ausschließlich bei uns. Beim 1. FC Köln wird es nie passieren, dass Investoren entscheiden.

Angeblich soll es beim Vertragsabschluss Unregelmäßigkeiten gegeben haben und das Vertragswerk ungültig sein.

Ich möchte mich zu den Rechtsansichten von Herrn Grajewski nicht äußern. Es gibt einen bei der DFL hinterlegten, rechtskräftigen Vertrag. Noch mal: Wenn der Berater einen Klub beibringt, der Peszko kaufen will, dann können wir reden.

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