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Ansgar Brinkmann: Nova hat den Bogen überspannt

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Ansgar Brinkmann in seinem Element: Als Barkeeper in Belek.
Ansgar Brinkmann in seinem Element: Als Barkeeper in Belek.
Foto: Eduard Bopp
Belek –  

Ein Mann hinterm Tresen. Ansgar Brinkmann (43) macht den Spaß mit. Auf dem Platz war der „weiße Brasilianer“ oft genial, neben dem Platz machte er sich mit zahlreichen Eskapaden einiges kaputt.

Er aß Pommes Rot-Weiß in der Mannschaftsbesprechung, er lief über Taxen, er flüchtete aus einem Polizeiwagen. „50 Länderspiele wären mir lieber als 50 Anekdoten“, hat er einmal gesagt. EXPRESS traf ihn in der Türkei.

Was treibt Sie nach Belek?

Brinkmann: Ich schaue mir so viele Spiele wie möglich an. Wenn du im Sportmarketing tätig bist, weiß jeder: Hier ist richtig was los in dieser Jahreszeit.

Sie arbeiten heute als Berater. Als Spieler galten Sie als „Enfant terrible“. Was raten Sie Ihren Schützlingen?

Aus Fehlern nicht zu lernen, ist doof. Ich habe Erfahrungswerte. Talent alleine reicht nicht. Ich weiß: Wenn einer auf dem Platz Leistung bringt, finden einen die Mitspieler gut, finden einen die Medien, die Fans, die Sponsoren gut. Das Wichtigste ist: Du musst dein „Typ sein“, auf Leistung aufbauen. Du darfst nicht link sein, musst alles geben für die Mannschaft. Deshalb kriege ich heute so viel Respekt von anderen.

Sie haben ein Buch geschrieben. Gab es auch die Idee für einen Film?

Anfragen sind da. Mal sehen. Den Film über Thomas Broich finde ich klasse. Den sollte man als Lehrfilm in Fußball-Internaten zeigen. Damit die Kids sehen, dass es im Fußball nicht immer nur nach oben geht.

Sie aßen Pommes vor dem Spiel, brachten den Hund mit in die Kabine. Hängt Ihnen das heute nicht nach?

Sie können alle meine Mitspieler oder Trainer fragen. Ich trank am wenigsten. Ich habe bis heute keine Zigarette auf Lunge geraucht. Ich habe dreimal im Jahr gefeiert. Aber dann hat es auch jeder mitbekommen...

Fehlen Typen wie Sie heute?

Jede Generation hat ihre Typen. Ein Hummels ist so klar im Kopf. Nach dem Spiel denkst du, da redet der Pressesprecher von Dortmund. Davor habe ich auch Respekt.

Hat die Nationalmannschaft überhaupt Typen?

Sie sind rar gesät. Podolski zum Beispiel, das ist einer. Der steht gerade für das, was er tut. Er ist ein Fels in der Brandung. Der Junge hat 106 Länderspiele, der steht so was von im Fokus. Er ist eine lebende Legende. Als er zurückkam von Bayern, wie viele Fans kamen da zum Training? Ich glaube 50.000. Wann erlebt ihr das in Köln denn je wieder?

Beneiden Sie ihn?

Ja. Er spielt in England - da hätte ich sofort unterschrieben. Am liebsten in Liverpool. Wenn die Fans da Alarm machen, läufst du weiter, auch wenn du tot bist. Das ist Straße pur.

Thema FC. Bemitleiden Sie Milivoje Novakovic?

Nein.

Wieso?

Weil er den Bogen überspannt hat. Er hat Dinge getan, die nicht professionell waren. Jeder weiß das und kennt sie. Aber der Verein hätte sich mit ihm an einen Tisch setzen sollen und das auch öffentlich machen sollen. Denn er hat viel für Köln geleistet. Gerade für die 2. Liga hätte er eine zweite Chance verdient gehabt. Das muss unter Erwachsenen doch möglich sein - Dankbarkeit zu zollen. Aber diese Menschlichkeit fehlt mir oft im Profifußball. Genau wie überhaupt die Kontinuität.

Wie oft haben Sie selbst den Bogen überspannt?

O Gott. Ich erinner’ mich an ein Spiel in Bielefeld, in dem mich Trainer Benno Möhlmann zur Halbzeit auswechseln wollte. Ich antwortete ihm: „Ich geh nicht raus, ich will gewinnen.“ Meine Macht war groß. Er sagte deshalb meinem Nebenmann van der Ven: „O.k., Dirk, dann bleibst du jetzt draußen.“ Zehn Minuten später saß ich trotzdem in der Kabine. Dirk fragte: „Und, hat der Alte dich doch rausgenommen, wie?“ Ich antwortete: „Ne, ne, ich hab Rot gekriegt.“ Unfassbar im Nachhinein, das alles.

Wurden Sie nie gebändigt?

Ich war kaum disziplinierbar. Doch Jürgen Klopp hat sein Bestes gegeben. In Mainz lagen wir zwei Jahre lang auf dem Zimmer. Er sollte auf mich aufpassen. Es hat geklappt. Wir sind bis heute Freunde.

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